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REGAU. Das dritte - und letzte - Konzert des Festivals war überschrieben mit „Trio Fontaine“. Am Programm standen: Das Klaviertrio in B-Dur opus 97 „Erzherzog-Trio“ von Ludwig van Beethoven und das Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello in c-moll opus 60 von Johannes Brahms. Die Interpreten waren das „Trio Fontaine“ mit Vito Lattarulo (Klavier), Werner Neugebauer (Violine) und Andreas Pözlberger (Violoncello) sowie Peter Langgartner (Viola).  

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Das Erzherzog-Trio – ein großes Werk – entstand 1811 im Umfeld der 7. Und 8. Symphonie Beethovens. Die Interpreten brachten den Reichtum an figurativen und akkordischen Nuancen breitflächig nebeneinander, durchzogen von klarem Geäder einprägsamer Themen und Motive großartig zum Ausdruck: Das Allegro reich an Stimmungsgegensätzen und rhythmisch außerordentlich lebendig, das Scherzo als fröhliches Treiben in leichtester Bewegung. Im Andante cantabile erklangen freie Variationen über das von farbigen Harmonien getragene A-Dur-Thema, das Finale – ein Allegro moderato – wurde als drängende Entwicklung, überglänzt von silberhellen Trillerketten des Klaviers musiziert.

Nach der Pause stand das – dritte – Klavierkonzert in c-moll opus 60 von Johannes Brahms am Programm. Es ist der musikalische Niederschlag des schmerzlichen Erlebens seiner unerfüllt bleibenden Liebe zu Clara Schumann. Die Interpretation der Grundelemente – Schmerz, Sehnsucht, Klage – beherrschen das Allegro mit einer in sich selbst hineinwühlende Thematik. Das Scherzo wurde als Nachtstück in unruhig jagendem Rhythmus musiziert, das Andante – eine herrliche Eingebung des Meisters – mit edlem Klang des Cellos, vom Klavier akkordisch begleitet-. Das Finale – ein von leidenschaftlicher Ausdrucksgewalt erfüllter Satz – ist eine kompositorische Meisterleistung: ein gesangliches Hauptthema, Episoden von mächtiger Kraft gleich Schicksalsrufen, sehnsüchtige Gesangsweisen, ein zu großer Klangentfaltung gesteigerter Streicherchoral: Eine vollkommen adäquate Interpretation, die tiefe Einblicke in die Seelenstürme des Komponisten zuließ.

(von Fred Androsch)


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