Atelier-Eröffnung: "Verbrannt und zu neuem Leben erwacht"
REICHENTHAL/WALDBURG. „Wie Phönix aus der Asche...verbrannt und zu neuem Leben erwacht“ – unter diesem Titel eröffnet Franz Hinterkörner am Samstag, 30. Juni sein Atelier in Schöndorf neu.

Nach einer Selbstentzündung brannte das Atelier im März des Vorjahres ab. „Der Schaden war enorm“, sagt Hinterkörner. Die Einrichtung und Bilder waren von einer dicken Rußschicht überzogen. „Zuerst war der Schock groß, weil so viele persönliche Dinge verloren gingen. Nach und nach stand nicht mehr der Verlust im Vordergrund, sondern eine gewisse Vorfreude auf den Wiederaufbau“, erzählt der Künstler. Am Samstag, 30 Juni kann nun das wiedereröffnete Atelier in Schöndorf 14a von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.
Experimentieren und Probieren
Hinterkörner hat sich bereits seit seiner Kindheit für Farben und Formen interessiert. Durch jahrelanges Experimentieren, Ausprobieren und Beobachten hat der Autodidakt zu seinem eigenen Stil gefunden. 1994 eröffnete er sein erstes Atelier. Seine Kunstwerke zeigen Verflechtungen und einen mehrschichtigen Bildaufbau. „Ich mag es, Dinge an der Leinwand entstehen und dann wieder verschwinden zu lassen. So verändern sich meine Bilder oftmals in einem langen Prozess.“ Hinterkörner wendet eine eigens entwickelte Mischtechnik mit Acryl- und Ölfarben an, die ihm erlauben, ganz eigene Effekte zu kreieren. Er beschäftigt sich oft jahrelang mit einem Thema, dabei entstehen regelrechte Zyklen mit Namen wie Hutträger, Sommergräser oder Dorfgespräche. „Ich möchte ausdrücken, wie im Leben immer wieder Sichtweisen und Dinge entstehen, vergehen und sich verändern und die dahinterstehende mir eigene Harmonie darstellen.“ Seine Bilder entstehen durch ständige Auseinandersetzung mit seinen Motiven. „Bei jedem Bild entstehen Details, welche wieder Themen für nächste Bilder sein können.“ Diese werden in Skizzen vorab vorbereitet, wobei die Skizzen nie einem fixen Plan folgen, sondern während des Prozesses ständigen Veränderungen unterliegen. Kunst bedeutet für Hinterkörner „eine eigene, andere Sicht auf Dinge und Gedanken werfen.“ Das Malen ist für ihn ein Versuch, diese andere Sicht darzustellen und festzuhalten. „Malen bedeutet für mich auch Spaß, Entspannung und Ausgleich.“
Surreale Themen
Hauptberuflich ist der dreifache Vater im Sozialbereich tätig. Persönlich mag er surreale Themen und Künstler. Bei seinen eigenen Bildern gefallen ihm am meisten die Bilder, „bei denen es mir gelungen ist, neue Techniken umzusetzen oder neue Farbkompositionen zu entwickeln. Mich freut es vor allem, wenn ich ein Motiv besser zum Ausdruck bringen konnte als ich dachte oder erhofft habe. Oder wenn etwas Neues entstanden ist, was ich nicht geplant habe.“


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