„Man soll sich so fühlen, als ob man zu Gast bei einem privaten Kammermusikabend ist“
REICHENTHAL. Mit einer kleinen, Corona-bedingten Verspätung beginnt am kommenden Freitag der Waldenfelser Musiksommer auf Schloss Waldenfels in Reichenthal. Tips hat sich mit den beiden Personen, die hinter dem Kulturerlebnis stehen, getroffen.

Keine Bühne, keine Verstärker, keine Boxen und keine Scheinwerfer: Nicht nur den Gästen, sondern auch den Musikern, die während dieser Zeit auf dem Schloss wohnen, wird beim Waldenfelser Musiksommer ein besonderes Ambiente geboten. So auch in diesem Jahr, wenn die Konzertreihe zum dritten Mal stattfindet und damit der Coronakrise trotzt. Das Konzept hinter dem Musiksommer ist klar: „Man soll sich so fühlen, als ob man zu Gast bei einem privaten Kammermusikabend ist“, erklärt Nina Maderner, die künstlerische Leiterin des Musiksommers und Partnerin von Schlossherr Dominik Grundemann-Falkenberg.
Der Ursprung
Die Idee, ein derartiges Konzertangebot auf einem Schloss zu veranstalten, wurzelt bei Maderner bereits in ihrer Kindheit, wie diese gegenüber Tips verrät: „Da war ich elf, zwölf und war mit meiner Mutter im Schloss Kammer am Attersse beim Schlosskonzert. Ich hab damals schon klassische Musik geliebt und habe mir gedacht: Wunderbar, wenn ich groß bin, dann habe ich ein Schloss und mache Konzerte. Wie ich das machen werde, habe ich damals noch nicht gewusst, aber das war eben mein fester Plan.“ Der Traum sollte sich als Erwachsene schließlich für Maderner erfüllen. 2018 fand zum ersten Mal der Musiksommer in dem Reichenthaler Schloss statt. Damals mit vier Konzerten, zwei mit der Wiener Tschuschenkapelle, zwei mit dem bekannten Ehepaar Monica Theiss-Eröd und Adrian Eröd. Bereits nach dem ersten Mal habe sich die Serie, was die Musiker betrifft, zu einem Selbstläufer entwickelt. Ein Jahr später wurde bereits ein weiterer Musiksommer vor Ort abgehalten.
Musiker haben überzeugt
Auch für den Sommer 2020 sollte die Konzertserie auf das Schloss zurückkehren. Wie für so viele andere auch, stellte sich jedoch die Coronakrise als Herausforderung dar. „Das war der Punkt, wo wir gesagt haben, okay es geht nicht, sagen wir es ab“, erinnert sich Maderner, die daraufhin bei Telefonaten mit den Musikern angefleht wurde, dies nicht zutun, und gleichzeitig Lösungsvorschläge, wie Bodenmarkierungen lieferten, nur um die Konzerte zu ermöglichen. „Es waren eigentlich die Musiker, die uns überzeugt haben, es doch zu machen“, so Schlossherr Dominik Grundemann-Falkenberg, dessen Familie das Schloss seit 400 Jahren besitzt. Früh setzte sich dieser schon damit auseinander, neue Nutzungen für das Schloss zu finden, um die komplizierte Schlosserhaltung möglich zu machen. Neben dem Musiksommer werden auch Hochzeiten und andere Veranstaltungen vor Ort abgehalten. Auch einen Bogenparcours betreibt der Schlossherr. Letzterer ist auch ein Programmfixpunkt für die Künstler, die vor Ort spielen.
Start unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen
Begonnen wird mit dem Musiksommer nun am kommenden Freitag, den 24. Juli mit „Music Of The Irish Drawing Room“ mit dem Duo Karin Leitner (Flöte) und Krassimira Ziegler (Harfe). Die Gäste werden gebeten, die Masken bereit zu halten und die Sicherheitsabstände einzuhalten. Auch was die Location betrifft, hat das Paar Vorkehrungen getroffen und den Konzertsaal kurzerhand in einen Art Club umgewandelt.


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