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Reichenthal. Mühlen prägten über Jahrhunderte das Bild des Mühlviertels. Holz schneiden, Getreide mahlen oder Strom erzeugen – nichts ging ohne die, durch Wasserkraft angetriebenen, technischen Meisterwerke. Heute sind Mühlen kaum mehr in Verwendung, zu groß war der technische Fortschritt. Daher beschäftigt sich der Museums- und Mühlenwegverein Reichenthal intensiv mit der Erhaltung, Renovierung und dem Neubau von Mühlen nach historischem Vorbild.  

Auf Wunsch werden auch Führungen durch das Mühlendorf Hayrl angeboten. Informationen unter www.muehlendorf.at Foto: Hamedinger

von ANDREAS HAMEDINGER

Johann Schöffner (links im Bild), Gründungsmitglied des Vereins: „Unsere Idee ist es, Interessierten die Bedeutung der Mühlen näherzubringen. Zusätzlich zeigen wir in unserem Museumsdorf, wie die Menschen in vergangenen Zeiten gelebt, gewohnt und gearbeitet haben.“ Schlendert man durch das Mühlendorf Hayrl wird einem schnell klar – hier sind Menschen am Werk, die ihre Leidenschaft leben. Fast glaubt man als ob der Schmied gerade dabei ist, ein Hufeisen in der Glut der Esse zu fertigen. Oder, dass die Bäuerin das frisch gemahlene Mehl – das sie gerade vom Müller geholt hat – zu einem Teig verarbeitet und nach dem Rasten in kleine Laibe formt und diese in den, mit Buchenholz befeuerten, Backofen steckt.

Stunden, die zählt man nicht

Doch wie entstehen Gebäude, die jedem Hollywood-Regisseur als Kulisse für den nächsten Kassenschlager dienen könnten? Ganz einfach, wie Vereinsobmann Manfred Leitner (Mitte) erklärt: „Ohne das Engagement unserer Mitglieder wäre das Projekt nie möglich. Bei der Arbeit werden die Stunden nicht gezählt.“ Einer von den Freiwilligen ist der pensionierte Tischler Johann Presslmayr (r.), der mit Ausnahme von Sonntag, jeden Tag im Museumsdorf arbeitet und die Gebäude mit aufwendigen Holzarbeiten und Schnitzereien verschönert. Ungefähr sechs bis zwölf Monate dauert es, bis eine Idee zur Realität wird. Und es wird bald wieder etwas Neues im Museumsdorf zu bewundern geben. Leitner: „Im Herbst eröffnen wir den Bereich „Wasserkraft von anno dazumal bis heute“. Dort kann man dann erfahren, wie sich die Einsatzmöglichkeiten der Energielieferanten verändert haben.“


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