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REINSBERG. Stefan Wachauer verfasste für den Reinsberger Chor inwendig woarm die Messkomposition „Messe des Lebens“. Tips sprach vor der Uraufführung, die am Samstag, dem 29. April, in der Pfarrkirche Reinsberg über die Bühne geht, mit dem Jazzpianisten.

Am 29. April feiert die Messe des Lebens ihre Uraufführung. Komponiert wurde diese von dem aus Gresten stammenden Jazzpianisten Stefan Wachauer. Foto: Gerald Held

Tips: Was inspirierte Sie, eine Messkomposition zu verfassen?

Stefan Wachauer:Einerseits die politischen Vorkommnisse am Beginn des 21. Jahrhunderts, anderseits die mediale Aufbereitung des Anderen und des Bösen. Da wäre aber noch die spannende Prosa Novalis“ und sein universales Konzept der romantischen Naturphilosophie.

Tips: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Chor inwendig woarm?

Wachauer:Ich musiziere seit meiner Jugend mit dem Chor. Die Komposition Messe des Lebens trägt ja den zusätzlichen Titel „Reinsberger Messe“. Ich habe den Chor und den Kulturort Reinsberg als besonderen Ort der Begegnung erlebt, der junge kreative Menschen fördert und unterstützt.

Tips: Wie lange dauerte der Prozess bis zur Fertigstellung der Komposition?

Wachauer: Ungefähr ein Jahr, da mit der Konzeption und Komposition im Februar 2016 begonnen wurde. Im Sommer wurden dann konkret Konzert- und Probentermine ausgemacht und im Herbst und Winter habe ich die Stücke arrangiert und eingerichtet. Im Jänner diesen Jahres bekam dann der Chor von mir die fertigen Lieder.

Tips: Was dürfen sich die Besucher von der Messe des Lebens erwarten?

Wachauer:Es ist keine traditionelle klassische Messe. Wir hören Jazz, wir hören dadaistische Sprachspiele, wir hören wilde Improvisation zwischen zwei Chören, Schlagwerk und der Geige, und dazwischen werden wir Melodien aus dem sagenumwobenen Ötschergebirge wiedererkennen. Und ja, Mozart darf natürlich auch nicht fehlen.

Tips: Worum geht es in Ihrer Messe?

Wachauer:Um Fragen des Glaubens, um Fragen zum Leben da draußen. Und wie lassen sich diesen beiden Pole miteinander verbinden. Also zum Beispiel: wie kann es in Zeiten der Überproduktion sein, dass minütlich Menschen verhungern? Unter welchen Bedingungen kann ich dann noch glauben? Was kann ich als Einzelner tun?

Tips: Wie viele Stücke umfasst das Programm und in welcher Sprache sind sie geschrieben?

Wachauer:Es sind elf Stücke – verfasst in Deutsch, Englisch und Latein. Stilistisch vereint die Messe traditionell klassische Musik a là Mozart oder Schubert mit Elementen von Jazz-, Pop- und Neuer Musik.

Tips: Wie ist die Stimmung, so kurz vor der Uraufführung?

Wachauer:Eine gewisse Anspannung ist zu spüren, eine freudige Aufbruchsstimmung.Denn, wie heißt“s bei Machado: „Wanderer, es gibt keinen Weg - Wege werden geschaffen, indem man sie geht.“


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