Zum Bundschuh-Jubiläum hält Alois Brandstetter die Festrede
RIED. Der „Bundschuh“, die Schriftenreihe des Museums Innviertler Volkskundehaus, wird 20 Jahre alt. Seit im Spätherbst 1998 der erste Bundschuh erschienen ist, kam im Verlag Moserbauer jedes Jahr ein neuer Band heraus. Die 20. Ausgabe enthält 31 Beiträge aus den verschiedensten Bereichen von Religions- über Kunstgeschichte bis Naturkunde.

Der Jubiläumsband wird am 7. November in Ried vorgestellt und am 8. November in Kopfing. In Ried hält der bekannte Schriftsteller Alois Brandstetter die Festrede. Er hat für den Bundschuh ein Lebensbild seines Vaters Martin gezeichnet, der 1896 in Tumeltsham geboren wurde.
Die diesjährige Titelseite zieren zwei Illustrationen aus dem Rieder Bräuerbuch. Stephan Hubinger hat sich mit der Bruderschaftsaufnahme, der Darstellung und dem Verzeichnis zunftfremder Ämter, Bürger und Handwerker in dieser kostbar illustrierten Handschrift auseinander gesetzt.
Reformation
Dass das Innviertel beinahe protestantisch geworden wäre, berichtet Johann Stelzhammer. Leinwandhändler und fahrende Kaufleute hatten für eine rasche Verbreitung der neuen Lehre Martin Luthers auch in unserer Region gesorgt. Einen Nachweis für die neue Glaubensrichtung fand der Autor unter anderem beim Epitaph des Leinwandhändlers Wolfgang Heldenhamer an der Außenwand der Rieder Pfarrkirche.
Gerhard Krims veranschaulicht anhand von Passauer Quellen die Verbreitung der Pest, die sich nach dem Nordischen Krieg von der Ostsee über Danzig nach Schweden und Polen ausdehnte und über Ungarn 1713 ins Land ob der Enns vordrang.
Bergbau
Weil es im Hausruckgebiet keine ausreichende Anzahl von qualifizierten Arbeitskräften für den Bergbau gab, wurden Arbeiter aus den böhmischen Kohlerevieren angeworben. 1859 trafen etwa 170 böhmische Knappen mit ihren Familien im Hausruckgebiet ein. Ihre Namen und deren Bedeutung hat Franz Penninger gesammelt und analysiert. Er verweist auch auf böhmische Speisen wie Buchteln, Dalken oder Kolatschen, die bis heute in unserer Gegend beliebt sind.
Steinbrüche und Holzwirtschaft galten noch vor 60 Jahren als die wichtigsten Wirtschaftszweige des Sauwaldes. Wie hart die Arbeit der Steinhauer in den Steinbrüchen war, berichtet Josef Ruhland. Unter dem Titel „Verlust der Mitte“ zeigt Wolfgang Danninger am Beispiel Kopfing die „Entleerung“ der Dörfer durch das Zusperren von Gasthäusern und Krämereien, aber auch von Bäckereien, Metzgereiern und Kleinhandwerksbetrieben auf.
Natur
Pflanzliche Motive zieren Häuserfassaden, Kirchen, Denkmäler, alte Bauernmöbel, Gebrauchsgegenstände aber auch Stoffe, Türen und Zäune. Michael Hohla und Cornelia Schlosser beschäftigen sich mit Pflanzen, die in der Kunstlandschaft des Innviertels als Symbole und Ornamente zu finden sind.
Zwei Beiträge von Erich Seifriedsberger und Stefan Reifeltshammer sind der Antiesen gewidmet. Hans Uhl von BirdLife Österreich beschäftigt sich mit der Rückkehr des zweitgrößten einheimischen Greifvogels, des Rotmilans.
Präsentation
- Dienstag, 7. November, 19 Uhr
- Ried, Sparkassen-Stadtsaal


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