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RIED. Der Komponist Friedemann Katt, der seine Werke unter dem Namen seines Alter Egos Franz Xaver Frenzel veröffentlicht, ist als „letzter lebender Barockkomponist“ bekannt. Über mangelnde Aufträge kann er sich in den letzten Jahren nicht beklagen.

Friedemann Katt genießt die Annehmlichkeiten der Bezirksstadt Ried. (Foto: Tips/Horn)
  1 / 2   Friedemann Katt genießt die Annehmlichkeiten der Bezirksstadt Ried. (Foto: Tips/Horn)

Katt lebt mit seiner Frau Sonja seit 2001 in Ried. „Wir haben es nie bereut, nach Ried gekommen zu sein“, sagt er. „Es ist erstaunlich, was sich hier tut.“

Weil Franz Xaver Frenzel der Ruhm erst während der Rieder Jahre ereilte, glauben mittlerweile viele Menschen, er sei in Ried geboren – was ihn etwas amüsiert, denn es stimmt nicht: Der Komponist erblickte 1945 in Mauterndorf das Licht der Welt.

Dass seine Biografie manchmal mit der seines Alter Egos Franz Xaver Frenzel vermischt wird, stört ihn nicht: „Das Weiterspinnen einer Geschichte, die die Leute glauben wollen, möchte ich gar nicht unbedingt unterbinden.“

Durchbruch mit der Rieder Symphonie

Katt/Frenzel arbeitet seit 1989 hauptberuflich als Komponist und schrieb unter anderem 2001 im Auftrag des damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil ein Wiegenlied für die japanische Prinzessin Aiko. Der „Durchbruch“ kam aber erst 2007 mit der Uraufführung der „Rieder Symphonie“.

„Ich bin Bürgermeister Albert Ortig dankbar, dass er den Gemeinderat überzeugen konnte, mir als damals noch recht unbekannten Komponisten diesen Auftrag zu geben“, sagt Katt. Den Direktor der Landesmusikschule Ried, Eduard Geroldinger, hebt Katt ebenfalls hervor: „Er hat mir viele Kontakte ermöglicht und trägt dazu bei, dass ich alle drei bis vier Jahre eine CD aufnehmen kann.“

Viele Aufträge

Seit dem Erfolg mit der „Rieder Symphonie“ geht es beinahe Schlag auf Schlag. Aktuell arbeitet er an drei Projekten.

Zum 275-jährigen Jubiläum des Linzer Elisabethinen-Klosters und Krankenhauses soll er ein Werk für ein großes Orchester schreiben. Dafür sammelt er gerade Ideen – zuerst inhaltlicher Natur: „Ich suche Themen oder Überschriften, bei denen ich weiß, dass ich sie umsetzen kann.“ Immerhin: Den Titel – „Elisabethana“ – habe er schon.

Daneben schreibt Frenzel ein „Concerto Jubilate“ zum 20-Jahre-Jubiläum der Festival­sinfonietta Linz, die sich unter Lui Chan zu echten Frenzel-Spezialisten entwickelt haben, und an einem Quartett für das nach ihm benannte Frenzel-Quartett.

Ein weiteres Projekt sind „6 Liebeslieder“, bei denen Frenzel für die junge Sängerin Nora Geroldinger Gedichte von Heinrich Heine, Hugo von Hofmannsthal und anderen vertont. Premiere ist am 29. September in Ried.

Austropop

Wenig bekannt ist, dass Friedemann Katt (noch ohne F. X. Frenzel) eine Austropop-Vergangenheit hat. Zusammen mit seinem Freund Arthur Lauber (bekannt als Pianist von Kabarettisten wie Erwin Steinhauer oder Werner Schneider) schrieb er unter anderem 1975 das Lied „Village Stomp“ für die Sängerin Goldie Ens. Die Gruppe Misthaufen nahm davon im selben Jahr unter dem Titel „Im Park is schee“ eine österreichische Version auf.

Ein großer Hit war's nicht, aber zusammen mit dem Geld für einige Filmmusiken beziehungsweise Katt-Kompositionen, die als Hintergrundmusik in TV-Filmen liefen, entwickelte sich, wie er sagt, „ein Standbein weg von der Lehrtätigkeit“, die er seit 1967 als Musikerzieher in Baden bei Wien ausübte.

Von der Idee zum Werk

Es sei ein großer Schritt von einer guten Idee zur gelungenen Umsetzung, sagt der Komponist. Wenn die letzte Note geschrieben ist, ist das Werk dennoch nicht fertig: „Wenn ein Maler sein Bild beendet hat, ist es fertig. Wenn ich eine Komposition beende, ist sie nur zu drei Viertel fertig. Der Rest bleibt für die Musiker zur Interpretation. Wenn ein Musiker erkennt, was er damit machen kann und sich mit der Musik wohlfühlt, dann weiß ich, dass ich viel richtig gemacht habe.“


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