Jahresrückblick im vollen Kellerbräu
RIED. Zum 21. Mal luden das Kellerbräu und Walter Egger am Sonntag nach Aschermittwoch zum Derblecken. Heuer waren bei der Auftaktveranstaltung die „Granden“ der FPÖ zu Gast, an der Spitze Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner und Landesrat Elmar Podgorschek.

Als Egger meinte, dass „lauter friedliche, gesellige und gutmütige Gäste“ im Kellerbräu seien, bekam er lauten Applaus und meinte dann grinsend: „Lügen muss man, dann klatschen sie!“
Generell herrschte etwas mehr Unruhe im Publikum als sonst, was Egger mit „Bitte keine Zwischenrufe, wir sind hier nicht in der Politik!“ quittierte.
Der erste Teil seines Programmes, den Egger traditionell der Weltpolitik oder internationalen Promis widmet, war weniger lustig als sonst, was aber auch an den wichtigen Themen des vergangenen Jahres lag – von Angela Merkels „Tag der offenen Tür“ bis zu Vladimir, der seine Muskeln spielen lasse. Österreichs Beitrag zur Weltpolitik: Egger amüsierte sich darüber, dass Ex-Verteidigungsminister Klug die 20 in Mali stationierten österreichischen Soldaten mit einer 30-köpfigen Delegation besucht habe.
Die „Meldung des Jahres“ kommt nach Eggers Meinung von Frank Stronach. Der hat festgestellt: „Frauen sind Menschen wie wir!“ – was Egger zu der Frage an die Frauen im Publikum veranlasste: „Wollt ihr das überhaupt sein?“
Im bundespolitischen Teil war H. C. Strache ein Hauptdarsteller. Generell empfahl Egger dem FPÖ-Obmann, „hier und da vor dem Reden mal zu überlegen“. Auf die Kandidatur als Bundespräsident habe Strache freiwillig verzichtet: „Wie der Pröll wird er schon!“ Der wiederum sei laut Egger nicht angetreten, weil er „gerade noch draufgekommen ist, dass er verlieren könnte“.
Im „heimischen“ Teil war natürlich die Landtagswahl im Herbst ein Thema. Nachdem die Parteien dort ihr „blaues Wunder“ erlebten, kam es Egger manchmal so vor, „als ob der Schwanz mit dem Hund wedelt“. Über den abgewählten Mehrnbacher Bürgermeister, der auch im Publikum war, sagte er: „Wenn es zum Bürgermeister nimmer g“langt, muss er halt in den Landtag.“
Um den neuen Linzer Bischof macht sich Egger Sorgen: „Der will mehr Frauen in Führungspositionen – wenn das die Landesregierung erfährt, haben wir ihn nicht mehr lange.“
In Ried merke man nach der Eröffnung der Weberzeile schon, „wer jetzt das Sagen hat“. Die vorverlegte Einschaltfeier kritisierte Egger: „Das war heuer am 14. November – vielleicht sollte man sie im nächsten Jahr gleich nach dem Oktoberfest machen.“
Generell sei in Ried ohne Hilfe aus Eberschwang wenig los, meinte der ehemalige Eberschwanger Hauptschuldirektor und zählte unter anderem die Marktmusik, die oft in Ried spiele, den Weihnachtsbaum und das Derblecken auf: „Dennoch bin ich dagegen, dass Ried zu Eberschwang kommt!“


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