RIED. Seit 19 Jahren gibt es Streetworker in Ried. Was anfangs skeptisch beäugt wurde, ist mittlerweile hoch angesehen und aus der Jugend- und Sozialarbeit der Stadt nicht wegzudenken.

„19 Jahre mobile, aufsuchende Jugendsozialarbeit für den Bezirk Ried heißt auch immer eine anregende personale Konfrontation mit anderen Orientierungen, Werthaltungen und Lebenseinstellungen“, sagt Streetworkerin Kerstin Hofstätter, die von Anfang an dabei ist.
Kern und Grundlage der Streetworkarbeit ist eine professionelle Beziehungsarbeit mit einer Balance von Nähe und Distanz, nicht ein Programm- oder betreutes Raumangebot. Zentrales Ziel ist es, junge Menschen in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihres Lebens zu begleiten und zu fördern, also anzusetzen an den Problemen und Bedürfnissen, die sie haben, nicht an den Problemen, die sie machen. Streetwork sieht sich dabei als Sprachrohr und Lobby für die Jugendlichen – auch in der Öffentlichkeit und in politischen Gremien.
In letzter Zeit bemerken die Streetworker, dass sich die Jugendlichen immer mehr aus dem öffentlichen Raum, den Straßen und Plätzen, zurückziehen – zum Teil wegen der Überwachung, zum Teil, weil offenbar immer mehr Leute die Jugendlichen als „störend“ empfinden und das auch zum Ausdruck bringen.
„Entscheidend wie kaum etwas anderes für die Effektivität der Arbeit ist aber, ob es Räume oder Territorien gibt, in denen diese jungen Menschen in aller Ruhe unter sich sein können“, sagt Streetworkerin Kerstin Hofstätter. Junge Menschen sind Teil der Gesellschaft und haben ein Recht auf Teilhabe im öffentlichen Raum. Nur durch Erfahrungen in der Gemeinschaft lernen sie, wie man sein Leben gestaltet und Verantwortung übernimmt.
Die Rieder Streetworker haben zu über 389 jungen Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Bezirk Ried Kontakt. Sie arbeiten mit sechs verschiedenen Zielgruppen und leisten für über 100 junge Menschen Einzelfallhilfe.


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