Trockenheit und Platzregen: Bodenpioniere geben ihr Wissen weiter
INNVIERTEL. Lange Trockenperioden und danach große Regenmengen binnen ganz kurzer Zeit – viele Böden können die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Die Folge, es kommt zur Bodenerosion. Von diesen klimatischen Veränderungen sind nicht nur Landwirte, sondern die ganze Bevölkerung betroffen. Ein Konsortium aus Bodenexperten vom Verein Pflanzenbau Inn Form hat sich vor zwei Jahren zusammengeschlossen und das Projekt „Innviertel blüht“ ins Leben gerufen. Das Leaderprojekt läuft von 2016 bis Ende 2019.

Doch was steckt hinter dem Projekt? Von sechs Betriebsflächen im Innviertel mit unterschiedlicher Lage, Bodenart, Bodentyp, Höhenlage wurden Bodenproben entnommen und von Bodenkundlern analysiert. Die Experten gaben eine Empfehlung ab, welche Nährstoffe beziehungsweise Dünger und Kalkversorgung der Boden braucht. Hierfür wird die Leaderförderung verwendet. Für sämtliche Betriebsmittel müssen die sechs Landwirte selber aufkommen. Sämtliche Daten werden in den vier Jahren wissenschaftlich aufgearbeitet und gespeichert. Ende 2019 werden die Ergebnisse veröffentlicht. „Wir wollen in Vorträgen und Informationsabenden die Bevölkerung über unsere Ergebnisse informieren, denn von diesen Erkenntnissen soll die gesamte Region profitieren“, berichtet Bodenexperte Rupert Reich.
Leuchtturmstandort
Ein Leuchtturmstandort befindet sich in der Gemeinde Mehrnbach. Der passionierte Landwirt Gerhard Stieglmayr hat für das Leaderprojekt drei Hektar Betriebsanbaufläche zur Verfügung gestellt. Der Bodenkundler Johannes Kamptner hat bei den Bodenproben festgestellt, dass die Bodenstruktur sehr gut ist. Das bedeutet, der Boden kann auch große Niederschlagsmengen aufnehmen. Warum ist das so? Auch dafür gibt es eine Erklärung. „Unser Acker hat eine enorme Dichte an Regenwürmern“, erzählt Gerhard Stieglmayr. Die Regenwürmer lockern den Boden auf, sie graben senkrechte Tunnelsysteme. So kann der Boden auch Platzregen gut aufnehmen, erodiert nicht und es kommt zu keinen Ernteeinbußen. „Man muss den Regenwurm wie ein Haustier behandeln. Der will es warm haben, braucht was zum Essen, Nährstoffe und ein gewisses Maß an Ruhe“, erzählt Bodenkulturspezialist Johannes Kamptner.
Ziel
Es bleibt spannend – erklärtes Ziel der Bodenpioniere ist:
- das Wasserspeichervermögen zu erhöhen
- Erosion reduzieren
- Bewusstsein für Böden und Blühflächen im Innviertel schaffen
„Wir müssen auf die klimatischen Veränderungen reagieren“, so die Experten. Letztendlich profitiert auch der Konsument, da es zu keinen Verteuerungen bei Lebensmitteln kommt.
Kontakt
Anfragen und Information unter office@pflanzenbau-inn-form.at, www.pflanzenbau-inn-form.at
Leader-Region Innviertel
Die Leader-Region Innviertel – Vom Inn zum Kobernaußerwald besteht aus 35 Gemeinden in den Bezirken Ried und Braunau. office@mitten-im-innviertel.at, www.mitten-im-innviertel.at


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