Frauenhaus Innviertel: Die Weihnachtszeit ist für Frauen nicht immer friedlich und besinnlich

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Rosina Pixner Rosina Pixner, Tips Redaktion, 16.12.2019 09:15 Uhr

INNVIERTEL. Weihnachten ist die Zeit der Stille, der Einkehr sowie die Zeit, um friedliche Stunden mit der Familie zu verbringen. Dennoch bleibt vielen Frauen und Kindern in Österreich dieser Wunsch verwehrt. Sie verbringen Weihnachten in einem der 26 Frauenhäuser in Österreich.

Das Frauenhaus Innviertel bietet Frauen und Kindern, die von Gewalt betroffen sind, Schutz. Sie fliehen vor häuslicher Gewalt, weil sie geschlagen, geschubst oder gestoßen werden. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die psychische Gewalt, der viele Frauen ausgesetzt sind: Sie werden eingesperrt, dürfen das Haus nicht verlassen, werden kontrolliert, dürfen kein eigenes Geld haben oder arbeiten gehen. Sie werden beschimpft und beleidigt. Auch das sind Formen von Gewalt. Die Frauen schämen sich und trauen sich oft sehr lange nicht, mit jemandem darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen.

Keine Angst, Hilfe zu suchen

Ursula Walli, Geschäftsführerin vom Frauenhaus Innviertel, möchte alle Frauen, die mit Gewalt konfrontiert sind ermutigen, sich ans Frauenhaus zu wenden: „Frauen brauchen sich nicht zu schämen, wenn sie zu Hause Gewalt erfahren. Gewalt muss zudem nicht immer nur vom Partner ausgehen. Frauen sollen sich an uns wenden, wenn die Eltern Gewalt ausüben, der Bruder oder andere Personen die im gemeinsamen Haushalt leben.“

Telefonischer Erstkontakt

Wichtig ist der telefonische Erstkontakt. Oft schafft ein Gespräch Erleichterung. Das Gespräch und die Beratung sind anonym und streng vertraulich.

Zahlen von Österreich 2018

In 26 Frauenhäusern wurden 1.664 Frauen und 1.620 Kinder betreut. 80 Prozent der Frauenhausbewohnerinnen flüchteten vor der Gewalt durch ihren Ehemann oder durch ihren Partner in ein autonomes Frauenhaus. In 56 Prozent der Fälle ging die Gewalt vom Ehemann aus, in 24 Prozent der Fälle vom Lebensgefährten und darüber hinaus in vier Prozent vom Ex-Partner. Neun Prozent der Bewohnerinnen wurden von ihren Eltern oder Schwiegereltern oder Geschwistern misshandelt. Ein Prozent musste Gewalt durch Kinder oder Stiefkinder erfahren.

Zahlen Innviertel 2018

Im Frauenhaus Innviertel wurden 26 Frauen und 31 Kinder betreut, 159 Beratungen (telefonisch, ambulant, Internet) durchgeführt.

Gemeinsame Weihnachtsfeier

Um den Frauen auch an Weihnachten das Gefühl von Schutz und Geborgenheit zu vermitteln, wird im Haus gebastelt, gebacken und für die gemeinsame Weihnachtsfeier schön dekoriert. An der Weihnachtsfeier nehmen, wenn möglich, alle Frauen, Kinder sowie Mitarbeiterinnen teil. Es wird eine Weihnachtsgeschichte gelesen, gemeinsam gesungen, gegessen, Weihnachtsmusik gehört und Geschenke verteilt. So wird diese Zeit trotz allem etwas Besonderes und auch Besinnliches. Nicht selten kommt es vor, dass in der Weihnachtszeit eine Frau den Weg ins Frauenhaus findet.

Benefizkonzert

„In der Hoffnung ein breites Publikum zu erreichen, wurde die Idee geboren, mittels Musik auf das Thema häusliche Gewalt, das uns alle betrifft, aufmerksam zu machen. Zusätzlich soll Geld für die Soforthilfekasse gesammelt werden, sodass die Frauen und Kinder beim Start in eine neue Zukunft schnell und unbürokratisch unterstützt werden können“, so Ursula Walli. Das Frauenhaus Innviertel lädt daher am 19. März zum Benefizkonzert „Mozart und die Neue Welt“ ein. Renommierte Künstler wie das Georg Crumb Trio mit Norbert Girlinger (Flöte), Andreas Pözlberger (Violoncello), Sven Birch (Klavier) und Heidi Eidenberger als Gast (Violine) werden den Sparkassen-Stadtsaal in Ried zum Erklingen bringen. Karten gibt es ab 1. Februar 2020 in der Buchhandlung Dim.

Kartenreservierung: 07752/71733 -11 oder www.frauenhaus-innviertel.at

Rund um die Uhr erreichbar

Das Frauenhaus Innviertel ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 07752/71733 erreichbar. Weitere Informationen unter www.frauenhaus-innviertel.at

Spendenkonto

Frauenhaus Innviertel, Sparkasse Ried – Haag, IBAN: AT702033300000022335

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