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Frauenhaus Innviertel: Neue Technologien bringen neue Form der häuslichen Gewalt

Rosina Pixner, 06.09.2018 14:57

RIED. Das Frauenhaus Innviertel ist Anlaufstelle für Frauen und deren Kinder, die von häuslicher Gewalt bedroht oder betroffen sind. Es gibt verschiedene Formen von Gewalt: körperliche Gewalt, psychische Gewalt und sexuelle Gewalt sowie soziale und ökonomische Gewalt.

Ursula Walli, Geschäftsführerin Frauenhaus Innviertel
Ursula Walli, Geschäftsführerin Frauenhaus Innviertel

Ursula Walli, Geschäftsführerin Frauenhaus Innviertel, weiß durch ihre Arbeit im Frauenhaus, mit welchen Formen von Gewalt die Frauen konfrontiert sind.

Die Geschichte einer Betroffenen

Ein Auto fährt vor. Darin ist eine Frau mit ihren zwei kleinen Kindern und wenig Hab und Gut. Alle drei sichtlich erschöpft von der Reise. Isoliert von Freunden und der Familie, seelisch und körperlich misshandelt von ihrem Mann und dessen Bruder, über Jahre. Ständige Rechtfertigungen, wenn es um wichtige Investitionen für die Kinder geht, Kontrolle der Finanzen, eigenes Geld hat sie nicht zur Verfügung. Drohungen die Kinder zu entführen, Drohungen die Frau selbst zu ermorden. Zwei Mordversuchen konnte sie entkommen – systematisch eingeschüchtert und verängstigt. Lange war die Angst zu groß, um zu flüchten, aber nun steht sie vor dem Frauenhaus. Es ist nun schon das zweite Frauenhaus, in welchem die Frau Schutz sucht. Zu gefährlich war es in der Stadt, wo sie zuvor wohnte.

Hochrisikofrauen sind leider keine Seltenheit. Ganz im Gegenteil, die Zahl dieser Frauen ist im Moment sehr hoch. Auch die Möglichkeiten der Überwachung der Frauen steigen an.

„Unsere Gesellschaft neigt häufig dazu, sich mit der zunehmenden Technologie sicherer zu fühlen. Wir im Frauenhaus sehen immer mehr das Gegenteil bei Betroffenen häuslicher Gewalt. Kostengünstige und kostenlose Ortungsapps sind im Angebot und im Umlauf“, weiß Ursula Walli, Geschäftsführerin des Frauenhauses Innviertel. Laut New York Times werden in den USA Smart Homes immer häufiger für häusliche Gewalt verwendet. Diese Technologie kann aus verschiedenen Gründen leicht für den Missbrauch genutzt werden. Tools, wie angeschlossene Überwachungskameras sind relativ preiswert und einfach zu installieren. Im Zuge einer Trennung können somit die Frauen weiter terrorisiert werden, da es meistens die Männer sind, die dieses „intelligente Wohnen“ einrichten und über ihr Handy steuern.

Rasante Entwicklung

„Diese Entwicklung ist rasant und wird in Zukunft auch vermehrt eine große Herausforderung für uns werden. Es macht Sinn, nicht leichtfertig irgendwelche Apps zu installieren oder unüberlegt mit diversen technisch verlockenden Produkten umzugehen. Die Bevölkerung auch in diese Richtung zu sensibilisieren ist sehr wichtig“, meint Ursula Walli.

Kontakt

Postfach 43, 4910 Ried 07752/71733

office@frauenhaus-innviertel.at

www.frauenhaus-innviertel.at


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