Dominic „Painless“ Schober: der „Innviertler Bauernbua“ ist zurück

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Omer Tarabic Omer Tarabic, Tips Redaktion, 27.11.2018 17:50 Uhr

Negativlauf gestoppt:  Nach vier Niederlagen in Folge feierte der Rieder MMA (Mixed Martial Arts )-Kämpfer Dominik Schober kürzlich gegen Asmir Sadikovic einen klaren Sieg.      

Rückblick: Vor acht Jahren gab der Innviertler Dominic Schober bei der Fight Night in Braunau sein MMA-Debüt. Dieses verlief, genauso wie die darauffolgenden Kämpfe, erfolgreich und viele sahen in Schober einen Mann,  der es bis ganz nach Oben schaffen könnte. Doch es kam anders: Zahlreiche Verletzungen und Disziplinlosigkeiten warfen den heute 27-Jährigen weit zurück. Nach dem Sieg gegen Sadikovic ist der Innviertler jedoch wieder voller Tatendrang.

Tips: Dominic, wie groß war die Erleichterung nach deinem gewonnen Kampf?

Schober: Ich bin unheimlich erleichtert. Es war kein guter Kampf von mir, aber was zählt ist der Sieg.

Tips:  Warst du vor dem Kampf nervöser als sonst?

Schober: So wie noch niemals zuvor! Angespannt bin ich vor jedem Kampf, das ist ganz normal. Dieses Mal war es jedoch ganz anders. Ich war richtig nervös. Aber dessen war ich mir bewusst, denn hinter mir liegt eine wirklich schwierige Zeit. Umso glücklicher bin ich, dass ich das Duell gegen Sadikoic für mich entscheiden konnte. Dieser Sieg gibt mir wieder sehr viel Selbstvertrauen.  Ich kann es kaum erwarten,  wieder in den Käfig zu steigen.

Tips: Du behauptest, dass hinter dir eine schwierige Phase liegt. Was ist passiert?

Schober: Zu einem hatte ich viel mit Verletzungspech zu kämpfen und zum anderen habe auch ich einige Fehler gemacht, welche nicht gerade förderlich für meine Karriere waren.

Tips: Und diese wären?

Schober:  Ich habe mir einige Disziplinlosigkeiten geleistet. Habe nicht mehr zu 100 Prozent wie ein Sportler gelebt. Vor allem was mein Privatleben betrifft. Ich zog mehr um die Häuser, habe das Nachtleben genossen, hatte viel Blödsinn im Kopf.  Dadurch litt natürlich das Training – auch wenn ich es selber nicht wahr haben wollte, da ich ja trotz allem nie ein Training verpasst habe. Vielleicht dachte ich auch, dass es immer so weiter gehen würde wie zu Beginn meiner Karriere, wo ich fast jeden Kampf gewinnen konnte.  Im Nachhinein betrachtet hat mich diese ganze Phase sogar  stärker gemacht. Ich bin viel fokussierter als früher.  Das Feuer in mir brennt wieder.    

Tips: Hast du jemals daran gedacht, deine Karriere zu beenden?

Schober: Nie! Dafür liebe ich diesen Sport zu sehr. Klar hatte ich Zweifel. Wenn du ständig verlierst, dazu andauernd verletzt oder krank bist, dann machst du dir schon Gedanken, ob das alles noch Sinn macht. Aber ich bin ein Kämpfer, für mich kommt Aufgeben nicht in den Sinn.

Tips: Wie bist du aus diesem Teufelskreis wieder raus gekommen?

Schober: Meine Trainer Roberto Pastuch, Isaak Kosashvili  und Tom Knöbl sowie meine Kämpfer-Kollegen aus dem Gym 23 in Wien haben mich immer wieder aufgebaut. Auch meine Familie und meine Sponsoren haben mir Mut zugesprochen. Sie standen alle hinter mir. Dafür bin ich sehr dankbar.  Es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die auch in schwierigen Phasen einem den Rücken stärken.

Tips: Zurück zum Sportlichen. Dein nächster Kampf steht vor der Tür. Du hättest eigentlich  am kommenden Samstag,  im Zuge der Austrian Fight Challenge in Wien,  gegen den Kroaten Philip Saric kämpfen sollen. Dieser hat jedoch den Kampf kurzfristig abgesagt. Gibt es schon einen neuen Gegner?

Schober: Bis heute noch nicht. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Gegner von mir kurz vor dem Kampf einen Rückzieher macht.  Das passiert und bringt mich nicht aus der Fassung. Ich bin fit, bereit und werde am Samstag – egal wie mein Gegenüber heißt – den Käfig als Sieger verlassen.

Tips: MMA wird, international gesehen, seit  Jahren immer populärer. Wie ist die derzeitige Situation in Österreich?

Schober: Es hat vor ein paar Jahren einen richtigen Boom im ganzen Land gegeben. Dieser hat leider etwas nachgelassen. Mittlerweile konzentriert sich die ganze Szene mehr auf Wien. Die besten Kämpfer des Landes trainieren hier. In Wien gehört MMA zu den beliebtesten Sportarten.  Es wäre gut, wenn unser Sport in der breiten Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit hätte. Das würde uns Kämpfern helfen um leichter an Sponsorenverträge zu gelangen. Von den Börsen, die wir von den  Veranstaltern für einen Kampf bekommen, kann man in der Regel gerade einmal die eigenen Kosten decken. Die meisten von uns sind berufstätig. Das geht schon an die Substanz, wenn man Arbeiten geht und dazu noch jeden Tag einige Stunden im Gym verbringt.

Tips: Mit solchen Problemen müssen sich die UFC-Profis wie Conor McGregor oder Khabib Nurmagomedov nicht herumschlagen. Bist du neidisch, wenn du liest, wie viel Geld die beiden oder andere Fighter pro Kampf bekommen?

Schober: Nein, die Jungs haben sich das verdient. Sie gehören zu den besten MMA-Kämpfern der Welt. Und vor allem sind sie Botschafter unserer Sportart. Auch wenn ich finde, dass McGregor beim letzten Kampf etwas über die Stränge geschlagen hat. Manche Aussagen gingen einfach  zu weit. Vor allem, weil er immer wieder die Herkunft und die Religion (Islam) von Nurmagomedov ins Lächerliche gezogen hat.  Provokationen gehören zu unserem Sport dazu. Da ist auch viel Show dabei. Die Kämpfe müssen vermarktet werden. Aber es kann auch schnell Ernst daraus werden und alles aus dem Ruder laufen, wie man es nach dem Kampf der beiden gesehen hat. Das waren keine schönen Szenen. Wir sind Sportler und sollten unseren Gegnern immer mit Respekt begegnen.

Tips: Unter Experten gibt es Diskussionen, ob MMA Boxen als die Königsklasse des Kampfsportes abgelöst hat. Wie ist deine Meinung?

Schober: Für mich ist MMA die Nummer eins. Um im Käfig erfolgreich zu sein, muss ein Kämpfer verschiedenste Kampfsporttechniken beherrschen.

Tips: Du trainierst im Gym 23. Gemeinsam mit deinen Kollegen habt ihr auf Youtube unter dem Namen „Mixed Martial Monkeys“ eine Doku-Serie gestartet, mit der ihr den Fans einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Wie kam es dazu?

Schober: Die Idee hatte unser Ringer-Trainer Markus Haas, der hauptberuflich Image-Filme dreht. Wir Kämpfer waren sofort Feuer und Flamme. Das Drehen mit den Jungs macht viel Spaß und es ist für uns eine gute Möglichkeit, einem breiten Publikum zu zeigen, wie wir trainieren, und dass wir eigentlich alle ganz liebe Jungs sind, die einfach Lust darauf haben sich zu prügeln (lacht). Zudem ist es für uns eine gute Möglichkeit, potenzielle Sponsoren anzusprechen. Anschauen lohnt sich auf alle Fälle.

 

Mixed Martial Monkeys

Kostprobe: https://www.youtube.com/watch?v=rkcBwhq4tuk

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