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Ried. Auch im Bezirk Ried erlitten ÖVP und SPÖ schwere Verluste und die FPÖ gewann stark hinzu. Insgesamt bleibt der Bezirk aber schwarz.

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Bei den Stimmen für die Landtagswahl blieb die ÖVP im Bezirk mit 13.493 (36,47%) hauchdünn vor der FPÖ, die auf 13.464 (36,39%) kam – lediglich 27 Stimmen entschieden über Platz eins und zwei.

Die ÖVP verlor gegenüber 2009 (18.954 Stimmen, 50,78%) fast ein Drittel ihrer Stimmen, während die Freiheitlichen ihre Wählerzahl fast verdoppeln konnten (2009: 7355 Stimmen, 19,70%).

Die SPÖ, beim letzten Mal noch nahe an der FPÖ, verlor fast ein Viertel ihrer Stimmen und fiel mit nur 5183 Stimmen (14,01%) weit zurück.

Die Grünen setzten ihren langsamen, aber stetigen Aufwärtstrend fort. NEOS kamen auch im Bezirk nicht über die 4-Prozent-Hürde.

Bei der Wahl zum Landtag hat die ÖVP in jeder Gemeinde des Bezirkes Stimmen und Prozente verloren, die FPÖ hat in jeder Gemeinde gewonnen. Für die SPÖ gab es lediglich in Geiersberg und Mörschwang leichte Zugewinne, sonst überall Verluste. Die Grünen gewannen in 32 Gemeinden Prozente und verloren in fünf – wobei sich bei diesen verhältnismäßig kleineren Zahlen mehrfach die Situation ergab, dass sie trotz leichtem Stimmenverlust prozentmäßig zulegten und umgekehrt.

Gemeinderatswahl

Zählt man die Ergebnisse der Gemeinderatswahl zusammen, ist die Vorherrschaft der ÖVP im Bezirk wesentlich deutlicher.

Die Ortsgruppen erhielten zusammen 16.120 Stimmen – um 2627 mehr als die Landespartei. Das entspricht einem Stimmenanteil von 43,62 Prozent – „nur“ 4,37 Prozentpunkte weniger als vor sechs Jahren.

Die FPÖ überholte hier die SPÖ und ist auch in den Gemeinden die Nummer zwei hinter der ÖVP. Sie steigerte ihren Stimmenanteil um 7,11 Prozentpunkte und erhielt mit 10.770 Stimmen 29,14 Prozent der Anteile.

Die SPÖ rutschte auch hier unter die 20-Prozent-Marke und liegt jetzt bei 7262 Stimmen/19,65 Prozent – um 3,44 Prozentpunkte weniger als 2009.

Für die Grünen gab es auch leichte Zuwächse. Insgesamt steigerten sie sich von 1623 auf 1901 Stimmen (in Prozent: von 4,37 auf 5,14).

In einem einzigen Ort bekam eine Partei alle Stimmen: In Kirchdorf gingen alle 351 Stimmen an die ÖVP, weil SPÖ und FPÖ, die beide im Gemeinderat vertreten waren, keine Listen zusammenbrachten.

Bürgermeisterwahl

Geht man nur nach der Zahl der Bürgermeister, hat der Bezirk Ried gegen den Trend gewählt und ist die SPÖ der Gewinner.

Die Sozialdemokraten verteidigten alle vier Amtsinhaber (Aurolzmünster, Eberschwang, Waldzell, Wippenham) und gewannen mit Geiersberg (Friedrich Hosner) und Mühlheim (Franz Schöberl) zwei neue Gemeinden dazu.

Die FPÖ hingegen verlor einen ihrer vier Bürgermeister (Peter Bahn in Mehrnbach wurde recht klar abgewählt) und muss um einen Ort bangen: In St. Martin kommt es zur einzigen Stichwahl im Bezirk, nachdem der über die Partei- und Gemeindegrenzen hinaus anerkannte FPÖ-Bürgermeister Kurt Höretzeder nicht mehr kandidierte. In zwei Wochen treten hier Hans Peter Hochhold (ÖVP, 41,04 Prozent im ersten Wahlgang) und Franz Moser (FPÖ, 38,58%) gegeneinander an.

Das Mehrnbach Ergebnis war wohl die größte Überraschung des Wahltages im Bezirk. Georg Stieglmayr (ÖVP) kam gleich im ersten Wahlgang auf 57,60 Prozent.

Auch in der Bezirkshauptstadt hatten viele mit einer Stichwahl gerechnet, weil hier erstmals gleich fünf Kandidaten antraten. Albert Ortig (ÖVP) schaffte die „Titelverteidigung“ aber schon im ersten Durchgang mit 52,15 Prozent.

In zwei Orten stellt keine der großen Parteien den Ortschef.

In Antiesenhofen wurde Bürgermeisterin Ingeborg Huber, die 2009 für das BZÖ kandidierte, mit 55,51 Prozent gegen zwei Kandidaten von ÖVP und SPÖ wieder gewählt. Sie führte dieses Mal die Namensliste „Ingeborg Huber – MUT“ an.

In Obernberg wurde Bürgermeister Martin Bruckbauer von der „Bürgerliste Obernberg – Martin Bruckbauer“ mit eindrucksvollen 78,56 Prozent in der Direktwahl bestätigt.

Das knappste Ergebnis gab es in St. Georgen bei Obernberg. Dort trat Franz Augustin (ÖVP) als einziger Kandidat an und erhielt 195 Ja- und 194 Nein-Stimmen.


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