Jubiläums-Aschermittwoch der FPÖ
RIED. Gestärkt von den Wahlergebnissen im Herbst und aktuellen Umfragewerten feierte die FPÖ in der Jahnturnhalle zum 25. Mal ihren traditionellen Aschermittwoch mit Parteiobmann H. C. Strache. Die wichtigsten Themen waren die Flüchtlingskrise und die Bundespräsidentenwahl.

Der Andrang, so Organisator Erhard Weinzinger, habe sogar den zu Haiders besten Zeiten übertroffen. Unter den Gästen war neben Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer auch der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus.
Bezirksparteichef Landesrat Elmar Podgorschek begann dramatisch: „Es ist fünf nach zwölf!“ Durch die Willkommenskultur drohe „der Verlust unserer Kultur“. Die Kritik von Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner an der Landesregierung fiel naturgemäß nicht so heftig aus wie in den Jahren zuvor. Bei der Landes-ÖVP sei „ein wenig die Vernunft eingekehrt“, die Bundes-ÖVP brauche dafür noch Zeit. Als ob irgend jemand versucht hätte, die FPÖ zum Schweigen zu bringen, meinte er: „Am Aschermittwoch lassen wir uns nicht den Mund verbieten!“
Wie später auch Hans Christian Strache stellte Haimbuchner mehrfach mit Genugtuung fest, dass die ÖVP in der Flüchtlingsfrage mittlerweile Forderungen übernommen hätte, die die FPÖ schon vor Monaten geäußert habe: „Vor der Wahl wurde ich als Hetzer bezeichnet, jetzt sind unsere Forderungen in Aussendungen der ÖVP zu lesen.“
Parteichef Hans Christian Strache, als „zukünftiger Bundeskanzler“ angekündigt, widmete einen großen Teil seiner Rede der Bundespräsidentenwahl, wobei er den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer mit Lob überhäufte. Gegen den Mitte-rechts-Kandidaten Hofer stünden zwei „links-linke“ (Hundstorfer, Van der Bellen) und zwei „linksliberale“ (Khol, Griss) Kandidaten zur Wahl – vermutlich das erste Mal, dass ein politischer Mitbewerber Khol als linksliberal bezeichnet. Lugner sei ein „Faschingskandidat“, das Fairnessabkommen sei „lächerliches Theater“ und „ein Versuch, uns mundtot zu machen“. Die FPÖ brauche so etwas nicht, denn: „Wir sind immer fair!“
Sollten weder Hundstorfer noch Khol in die Stichwahl kommen, werde es spätestens im Herbst Neuwahlen geben, prophezeite Strache.
Die Regierung bezeichnete Strache als „rücktrittsreif“ und „Horrokabinett“. Der Umgang der Regierung mit der Flüchtlingskrise sei „gelebter Irrsinn“ und ein „Verbrechen an der Bevölkerung“. Man müsse „nach dem Beispiel Orbans“ die Grenzen und die Freiheit Österreichs schützen. „Wir müssen diese Regierung überwinden, damit der Schaden nicht irreparabel wird.“


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