Modehaus Meißl in Ried schließt
RIED. Ein schwerer Schlag für die Rieder Innenstadt: Nach 119 Jahren wird das Modehaus Meißl geschlossen. Am Mittwoch brachte Geschäftsführer Rudolf Gruber den Insolvenzantrag am Landesgericht Ried ein.

Die rückläufige Geschäftsentwicklung und mangelnde Zukunftsperspektiven hätten den Schlussstrich unausweichlich gemacht, hieß es von dem Unternehmen. In der Rieder Innenstadt sei die Kundenfrequenz deutlich zurückgegangen. Zur Verdoppelung der textilen Verkaufsfläche in Ried käme auch der wachsende Internethandel. Auch eine durchaus erfolgreiche teilweise Neuausrichtung habe die Gesamtrückgänge nicht abfangen können.
Vor diesem Hintergrund – und weil auch die Kinder des Unternehmerpaares den Betrieb nicht fortführen würden – wäre im Hinblick auf die nächsten Jahre jede andere Vorgangsweise als die nun gewählte fahrlässig, teilte die Unternehmerfamilie mit. Das viergeschoßige Gebäude am Roßmarkt sei gut in Schuss, weil die Familie auch immer in die Erhaltung investiert habe.
Vorerst soll das Geschäft noch geöffnet bleiben, das Unternehmen mit seinen 21 Mitarbeitern wird aber nicht fortgeführt. Eine Termin für die Schließung wird im Insolvenzverfahren festgelegt.
In den vergangenen Jahren habe eine rückläufige Umsatzentwicklung zu negativen – allerdings nicht „außerordentlich negativen“ – Geschäftsergebnissen geführt. Der aktuelle Auslöser für die Insolvenz sei die unerwartete Kündigung eines maßgeblichen Lieferantenkredits für die Finanzierung der neuen Sommerkollektion gewesen.
Laut dem Österreichischen Verband Creditreform stehen den Aktiva von rund 500.000 Euro Passiva von etwa 2,3 Millionen Euro gegenüber. Bei einer Schließung wären es aufgrund von Dienstnehmer-Ansprüchen 3,2 Millionen Euro. Insgesamt sind 36 Gläubiger und 23 Arbeitnehmer betroffen.
[update 25.2.: letzter Absatz“


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