Frauscher: „Wir sind selbst schuld“
RIED. Der Bezirk Ried wählte im Großen und Ganzen im Bundestrend. Tips befragte die Bezirksobleute der Landtagsparteien (sofern erreichbar) zum Wahlausgang.

Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) führt den Erfolg vor allem auf die Person Hofer selbst zurück: „Er ist authentisch aufgetreten und strahlt das auch aus. Jeder weiß, wofür er steht.“ Dazu komme das „Totalversagen der Regierungsparteien in den letzten Jahren“.
Die zum Wahlsieg nötigen weiteren Stimmen werde Hofer „in allen Bereichen“ holen. Ein großes Potenzial sieht Podgorschek bei den Nichtwählern, dazu werde „sicher der eine oder andere Griss-Wähler und Stimmen von den Regierungsparteien“ kommen.
ÖVP-Bezirksobmann Alfred Frauscher war selbstkritisch: „Jammern ist nicht angebracht, wir sind selbst schuld. Die Leute sind mit der Regierungsarbeit nicht zufrieden, der Wunsch nach Veränderung ist da.“ Am Kandidaten Andreas Khol sei es nicht gelegen: „Er wäre ein sehr guter Präsident geworden und hat einen guten Wahlkampf gemacht. Ihm kann man das nicht umhängen. Der politische Wind weht anders, ein gewisser Rechtsruck ist da. Da ist er mit untergegangen.“ Von der ÖVP werde es keine Wahlempfehlung für einen der Kandidaten geben: „Man muss den Leuten nicht sagen, wen sie wählen sollen.“
Auch der stellvertretende SPÖ-Bezirksvorsitzende Fabian Grabner führt das schlechte Abschneiden „seines“ Kandidaten Rudolf Hundstorfer auf die Unzufriedenheit mit dem Politikstil der Regierungsparteien zurück. „Für eine Wahlempfehlung der gesamten Partei wäre ein Beschluss nötig. Aber da sich schon viele SP-Politiker, angefangen von Kanzler Faymann, für Van der Bellen ausgesprochen haben, kann man davon ausgehen, dass die SPÖ in den nächsten Wochen Van der Bellen unterstützt.“
Der Fraktionsobmann der Rieder Grünen, Lukas Oberwagner, glaubt, dass die guten Umfragewerte Van der Bellens viele Wähler davon abhielten, ihm jetzt schon ihre Stimme zu geben. Oberwagner: „Am 22. Mai geht es darum, ein weltoffenes Österreich zu gewährleisten.“
Bezirksergebnisse
Der Bezirk Ried ist wie fast ganz Österreich blau gefärbt. In allen 36 Gemeinden erreichte FPÖ-Kandidat Norbert Hofer die meisten Stimmen.
In Mettmach und Aurolzmünster errang er die absolute Mehrheit der gültigen Stimmen, nur in St. Georgen bei Obernberg und Mörschwang blieb er unter 30 Prozent.
Mörschwang ist auch die Gemeinde, in der Irmgard Griss mit 25 Prozent (41 Stimmen) ihr bestes Ergebnis in Oberösterreich erreichte. Sie kam in allen Gemeinden über zehn Prozent.
Alexander Van der Bellen erreichte in Ried mit 22,12 Prozent sein bestes Ergebnis, das schwächste in Kirchheim mit 8,91 Prozent.
Andreas Khol und Rudolf Hundstorfer erlitten auch im Bezirk Ried ein Debakel. Khols erzielte seinen Bestwert mit 30,08 Prozent in Peterskirchen und sein schlechtestes Ergebnis mit 10,58 Prozent (461 Stimmen) in der Bezirksstadt.
In Ried lag Hundstorfer zwei Stimmen vor Khol. Sein bestes Resultat lieferte Mühlheim (15,76 Prozent), wo er stimmengleich mit Khol auf Platz zwei kam, das schlechteste Andrichsfurt mit 3,46 Prozent. In 27 Gemeinden blieb er unter zehn Prozent.
Richard Lugner kam in Pattigham mit 16 Stimmen auf seinen Höchstwert mit 3,64 Prozent. In Mühlheim erhielt er keine einzige Stimme.


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