Bis 2030 werden im Innviertel mehr als 20.000 Fachkräfte fehlen
BEZIRK RIED. Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (VP) informierte letzten Freitag im Rahmen seiner Bezirkstour über die aktuelle Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation im Bezirk Ried.

Bis Ende Februar waren im Bezirk Ried 1771 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Damit beträgt die Arbeitslosenquote im Bezirk 7,4 Prozent. Ausgeschrieben sind 750 offene Stellen. Das Innviertel ist für Strugl eine der stabilsten Regionen in Oberösterreich.
Fachkräftemangel
Bis 2030 wird im Innviertel bei Facharbeitern eine große Lücke entstehen. Berechnungen zufolge werden mehr als 20.000 Fachkräfte im Innviertel fehlen. „Wir müssen mehr junge Leute für die Lehre begeistern. Aus dieser Ausbildung heraus rekrutieren wir die Fachkräfte von morgen“, betonte Strugl. 50 Prozent der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Um dem entgegenzuwirken wurde das JobCoaching für Jugendliche ins Leben gerufen. Im Jahr 2016 wurden im Bezirk Ried 55 Jugendliche (31 männlich, 24 weiblich) kontaktiert und 51 davon in das aktive Coaching aufgenommen. Von den bereits abgeschlossenen 34 Coachings begannen 27 Jugendliche eine Lehre, drei besuchen eine Schule, zwei befinden sich in einer Jobmaßnahme und für einen Jugendlichen wurde eine Alternative gefunden. Aktuell befinden sich 28 Jugendliche im aktiven JobCoaching.
Rückgang bei Gründungen
In ganz Oberösterreich gibt es einen Boom bei Neugründungen. Nur im Bezirk Ried ist diese Quote rückgängig. Im Jahr 2015 haben sich 169 für die Selbstständigkeit entschieden. 2016 waren es nur mehr 162, also sieben weniger als im Vorjahr. Ähnlich ist die Entwicklung bei den Betriebsübernahmen. Im Jahr 2015 gab es 28 Übernahmen, 2016 waren es sieben weniger. „Hier wäre definitiv mehr drinnen. Wir werden entsprechende Maßnahmen entwickeln müssen, um dem entgegenzuwirken. Umso mehr freut es mich, heute bei der Firma AGS Engineering den Spatenstich vorzunehmen“, untermauerte der Wirtschaftslandesrat und kündigte an auch gerne zur Eröffnung wiederzukommen.


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