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Nachmittagsbetreuung: Gemeinderat beschließt sozialverträgliche Tarifordnung

Rosina Pixner, 01.02.2018 15:53

RIED. Laut einer Verordnung des Landes Oberöstereich müssen mit 1. Februar für die Kinder-Nachmittagsbetreuung Elternbeiträge eingehoben werden. In einer Sondersitzung des Gemeinderates wurde für die Kindergärten und Krabbelstuben eine sozialverträgliche Tarifordnung beschlossen.

Stadtrat Lukas Oberwagner (Grüne), Vizebürgermeister Thomas Dim (FPÖ), Bürgermeister Albert Ortig (VP) und Vizebürgermeister Michael Steffan (SP) stellen das „Modell Ried“ vor.

In den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen ist seit Februar für die Nachmittagsbetreuung ein einheitlicher Elternbeitrag von 42 Euro pro Monat zu bezahlen. Zugleich wird betroffenen Eltern eine Subvention in gleicher Höhe gewährt, sofern ihr monatliches Brutto-Familieneinkommen 2800 Euro nicht überschreitet; für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Grenzwert um 200 Euro.

Infoschreiben an Eltern

Zusammen mit den Informationsschreiben über den Elternbeitrag haben betroffene Eltern ein Subventionsformular erhalten, das sie in der Bürgerservicestelle im Rathaus ausfüllen können. All jenen, die eine Subvention bekommen, brauchen den Elternbeitrag nicht bezahlen. Hier wurde eine unbürokratische Lösung gefunden.

„Modell Ried“

Auf Initiative von Stadtrat Michael Steffan (SP) hat die Rieder Stadtratsfraktion das sogenannte „Modell Ried“ geschaffen. „Ziel ist es, die Auswirkungen der Landesverordnung, die in bestehende Betreuungsverträge eingreift, für möglichst viele Eltern in Ried abzumindern. Die Eltern können zu Recht erwarten, dass die Betreuungsvereinbarung, die sie mit der Stadtgemeinde geschlossen haben, auch tatsächlich hält“, betont Bürgermeister Albert Ortig (VP) fest. Andernfalls wäre zu befürchten, dass Kinder aus der Nachmittagsbetreuung herausgenommen würden und Kindergartengruppen unter Druck geraten könnten. Steffan versteht die kurzfristige Aktion des Landes nicht: „Wenn sich Eltern die Nachmittagsbetreuung nicht mehr leisten können und eine Mutter daraus resultierend nicht mehr arbeiten gehen kann, dann trifft das auch die Wirtschaft, die händeringend nach Arbeitskräften sucht.“

Negativinvestition der Stadt

Vom neuen Rieder Modell werden schätzungsweise zirka 75 Prozent der betroffenen Eltern in Ried profitieren. Für die Stadtgemeinde bedeutet dies eine Negativinvestition von rund 25.000 Euro. „Diesen Betrag betrachten wir als dennoch als gute Investition in die Zukunft der Stadt und ihrer Familien.“, so Bürgermeister Ortig.

Regelung gilt bis Juli

Die Regelung gilt vorerst bis zum Ende des Kindergartenjahres im Juli. Zugleich werden die Tarifordnungen bis September 2018 auf Basis genauer Erhebungen nochmals überarbeitet, um den Eltern eine optimale Lösung anzubieten.


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