Wirtschaft will geregelten Zuzug zur Sicherung des Standortes
RIED. Einen spannenden Vortrag zu den Überlebenschancen des stationären Handels im globalen Wettbewerb hielt Prof. Harald Kindermann von der FH Steyr beim Empfang für die regionale Wirtschaft in der Wirtschaftskammer Ried.

In seiner Begrüßung warnte Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Josef Heißbauer, dass eine Zuspitzung des Fachkräftemangels zu befürchten sei. In Zukunft müsse daher, mehr als bisher, ein geregelter Zuzug ermöglicht werden.
Kritik an Asylpolitik
Er fand klare Worte zur Asylpolitik der Regierung: „Es kann nicht sein, dass straffällig gewordene Asylwerber nicht abgeschoben werden, aber unbegleitete jugendliche Asylwerber, die eine Ausbildung machen und gut integriert sind, nach jahrelanger Wartezeit einen negativen Asylbescheid erhalten.“
Die oberösterreichische WK-Präsidentin Doris Hummer pflichtete ihm bei: „Wir haben zu wenige Fachkräfte und schieben die ab, die zu uns kommen.“
Große Potenziale
Sie wies darauf hin, dass 99 Prozent aller Betriebe in Oberösterreich Familienbetriebe oder Ein-Personen-Unternehmen seien, und dass nur ein Prozent der Betriebe mehr als 100 Mitarbeiter habe. Oberösterreich habe noch große Potenziale: Von den 96.000 Betrieben im Land seien 86.000 noch nicht im Export aktiv, rund 50 Prozent der Studierenden verlasse die Linzer Universität ohne Abschluss.
Marktmacht
Professor Kindermann verdeutlichte in seinem Vortrag die Marktmacht von Amazon (das weltweit zwischen 400 und 500 Millionen Produkte anbietet) und wies auf die gesetzlichen Nachteile stationärer Händler gegenüber internationalen Online-Händlern hin.
Sein Fazit: Es gehe nicht um „online versus offline“, sondern einzig und alleine darum, die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden