„Geht es den Beschäftigten gut, geht es auch den Betrieben gut“
RIED. Mit einer Leistungsbilanz der Arbeitnehmer im Bezirk Ried wollen Arbeiterkammer-OÖ-Präsident Johann Kalliauer und der Rieder AK-Bezirksstellenleiter Siegfried Wambacher Vorurteilen und falschen Überzeugungen entgegen treten.

Im Bezirk waren 2017 rund 26.000 Menschen unselbstständig beschäftigt – davon, so Wambacher, etwa ein Drittel in Teilzeit. Rund zehn Prozent der Arbeitsplätze seien in den letzten zehn Jahren dazu gekommen.
Etwa jeder fünfte Beschäftigte arbeitet in der eigenen Gemeinde. Knapp ein Drittel hat im Bezirk Arbeit gefunden. Rund ein Viertel der Beschäftigten muss täglich mehr als 40 Kilometer weit pendeln, etwa jeder Neunte sogar mehr als 100 Kilometer. Kalliauer: „Die Arbeitnehmer fahren in hohem Ausmaß der Arbeit nach.“
Entgegen mancher Behauptungen seien Arbeitslose sehr bemüht, einen neuen Job zu finden – mehr als zwei Drittel gelingt das innerhalb von drei Monaten.
Größter Steuer- und Beitragszahler
Die Arbeitnehmer sind der größte Steuer- und Beitragszahler – 2015 zahlten die 30.600 im Bezirk lebenden Beschäftigten fast 270 Millionen Euro an Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen. Kalliauer: „Es ist unfair, ihnen Leistungen vorzuwerfen, die sie selbst bezahlen.“
Bei den Einkommen liege Ried mit einem Medianeinkommen von 2.231 Euro brutto (Männer: 2.531 €, Frauen: 1.598 €) an neunter Stelle in Oberösterreich.
Hohe Produktivität
Die durchschnittliche Produktivität pro Arbeitnehmer in 29 ausgewählten Betrieben mit mehr als 49 Beschäftigten lag 2016 bei 61.906 Euro – das ist niedriger als der Landesdurchschnitt von etwa 90.000 Euro und liegt am Branchenmix mit vielen Dienstleistern. Davon bleiben nach Abzug der Personalkosten 11.195 Euro im Unternehmen (Banken, Versicherungen und Betriebe, die keine Bilanzen legen müssen, sind nicht berücksichtigt).
„Die Mitarbeiter sind nicht nur produktiv, sondern auch innovativ“, sagt Siegfried Wambacher: „Aus dem Bezirk sind im vergangenen Jahr 56 Erfindungsanmeldungen erfolgt.“ 25 davon kommen von der Fill GmbH in Gurten, die damit in Oberösterreich zu den Top-10-Betrieben zählt.
AK-Forderungen
Auch wegen dieser Zahlen sagen Kalliauer und Wambacher, dass die Arbeitnehmer mehr verdienen: Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich, kilometerabhängige Direktzahlung für Pendler, keine weiteren Kürzungen beim Sozialstaat, Steuergerechtigkeit sowie Lohnerhöhungen in Relation zur Produktivität.
Wambacher bringt es auf den Punkt: „Geht es den Beschäftigten gut, geht es auch den Betrieben gut!“


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