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RIED. Der Bad Ischler Bürgermeister Hannes Heide kandidiert an fünfter Stelle der SPÖ-Liste für die EU-Wahl. Damit hat er realistische Chancen, ins EU-Parlament gewählt zu werden.

Hannes Heide bei seinem Besuch in Ried (r.: SPÖ-Landtagsklubobmann Christian Makor) (Foto: SPÖ Klub)

„Die Zukunft Europas wird im ländlichen Raum entschieden“, meinte er bei seinem Besuch in der Tips-Redaktion Ried (vor dem Platzen der Regierungskoalition). Dort sei die EU-Skepsis besonders hoch. Heide: „Europa ist dort, wo wir uns befinden. Die Auswirkungen spüren wir überall.“

Europa, sagte Heide, müsse wieder zu den Menschen führen und für jeden einzelnen spürbar sein.

Klimawandel, Atomgefahren, Flüchtlinge und Fluchtursachen seien Fragen, die kein Land alleine lösen könne. Daher sei es wichtig, die Menschen zu den Urnen zu bringen: „Es gibt durchaus Potenzial, gerade bei der Jugend. Aber sie müssen wählen gehen!“

Prioritäten

Derzeit seien viele Prioritäten falsch gesetzt, sagt Heide: „Daher ist es notwendig, für Europa zu kämpfen. Diese Wahl ist eine Richtungswahl und damit eine Chance, Europa so zu entwickeln, wie man es gerne hätte. Wir brauchen ein Europa der Menschen, nicht der Konzerne.“

Als Beispiel nennt er große internationale Unternehmen, die praktisch keine Steuern zahlen: „Um auch solche Firmen besteuern zu können, brauchen wir länderübergreifende Regelungen.“ Auch das Urheberrecht könne nicht von einem Land geregelt werden: „Urheberschutz ist wichtig, aber Uploadfilter sind das falsche Mittel.“

Das Projekt Europa habe auch die Demokratie gestärkt. Heide: „Es kann jetzt nicht das Modell sein, Freiheiten einzuschränken. Da muss die EU gegensteuern. Wir müssen auch über Konsequenzen für Länder reden, die sich nicht an die europäischen Werte halten.“

Bürgernähe

Als Bürgermeister stehe er in direkter Nähe zu den Bürgern. „Ich werde mich einsetzen, dass Brüssel die Regionen nicht vergisst. Ich werde positives Lobbying für unsere Lebenswelt betreiben.“

Dass er das manchmal in der Lederhose macht, sieht er als Zeichen der Regionalität, obwohl die Lederhose europaweit eher mit Bayern verbunden werde. Ideologisch sei das im Salzkammergut, das wegen der in der gesamten 2. Republik traditionell starken SPÖ-Bürgermeister manchmal „Red Canyon“ genannt werde, unverdächtig, sagt Heide.

Viele Fördermöglichkeiten

Für den ländlichen Raum gebe es viele Möglichkeiten für EU-Förderungen. Neben Mobilität und Bildung liegt Heide dabei auch Kultur am Herzen – sein Kulturbegriff reicht dabei von der Kunst bis zur Bierkultur.

„Kulturnah“ war er schon immer: Mit 16 organisierte Heide zum ersten Mal ein (Punk-)Konzert, mit 18 wurde er Obmann eines Kulturvereins in Bad Ischl. Im professionellen Bereich als Kulturmanager war er als Geschäftsführer der Lehar-Theater GmbH am anderen Ende des Kulturspektrums tätig. Seit 2003 ist er Kulturstadtrat, seit 2007 Bürgermeister von Bad Ischl und seit 2010 Mitglied der SPÖ.

„Zur Entwicklung des ländlichen Raumes gehört auch die Kultur. Über EU-Programme wie LEADER können auch Kulturprojekte gefördert werden.“

Heide ist überzeugt, dass der ländliche Raum und die Regionen auf vielfältige Weise von der EU profitieren. Er will sich dafür einsetzen, dass Infrastrukturmaßnahmen verstärkt in die Regionen kommen – nicht zuletzt, um etwas gegen die Landflucht mit ihren Folgen, bis hin zum Wirtshaussterben, zu tun.

Unnötige Grenzkontrollen

Von Grenzkontrollen wie in Suben oder am Walserberg hält Heide nichts: „Ich stehe kilometerlang im Stau und werde dann durchgewunken. Das ist nicht die Gründungsidee und nicht das, was große Politiker wollten. Warum sollen Waren innerhalb der EU frei sein und Menschen nicht? Ich weiß gar nicht, wen man damit beruhigt.“


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