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RIED. Wahlkampf auf der Rieder Messe bedeutete früher oft wenigstens drei große Veranstaltungen im Festzelt. Heuer verzichteten FPÖ und SPÖ auf ihre Großveranstaltungen. Nur die ÖVP nutzte diese große Bühne für ihren oberösterreichischen Wahlkampfauftakt.

3.000 Zuhörer beim ÖVP-Wahlkampfauftakt
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Rund 3.000 Menschen waren in das restlos gefüllte Festzelt gekommen – bei weitem nicht nur ÖVP-Funktionäre.

Im „Vorprogramm“, in dem auch Landeshauptmann Thomas Stelzer und ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer sprachen, erwies sich ÖVP-Klubobmann August Wöginger als Stimmungskanone ersten Ranges.

Wöginger sorgte für Stimmung

Er appellierte an die VP-Wahlkämpfer, bei den Hausbesuchen und Gesprächen nicht die jungen Leute aus dem eigenen Haus zu vergessen, „die nach Wien studieren gehen und als Grüne zurückkommen“. Wöginger: „Wer in unserem Haus schläft und isst, soll auch die Volkspartei wählen!“ 

Im Bereich der Sicherheit stehe der Kampf gegen den politischen Islam und identitäre Vereine im Vordergrund. Zu einer möglichen erneuten Koalition mit der FPÖ meinte er: „Den Kickl brauch' ma wia an Kropf!“

Kurz: „Platz eins reicht nicht“

ÖVP-Parteiobmann Sebastian Kurz verzichtete in seiner Rede auf Attacken gegen politische Gegner. Er rief die ÖVP-Funktionäre zu vollem Einsatz auf: „Erster zu werden reicht bei dieser Wahl nicht.“ 

Die Zeit nach dem Misstrauensvotum sei ungewohnt gewesen, sagte er: „Man geht aus dem Parlament und hat auf einmal mehr Tagesfreizeit - teilweise zu viel für die Freundin.“ 

Arbeitsschwerpunkte

Wenn die ÖVP wieder in die Regierungsverantwortung komme, wolle sie die Steuerentlastung fortsetzen, aufs Budget schauen und keine neuen Schulden machen, die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs stärken und den Sozialstaat weiter entwickeln - Kurz sprach sich hier für eine Pflegeversicherung aus. 

„Wir wollen auch unsere kulturelle Identität behalten“, sagte er: „Wer zuwandert, muss sich an die Gesetze halten.“

Zum Klimawandel meinte Kurz: „Wir werden uns selbst treu bleiben. Wir setzen auf die ökosoziale Marktwirtschaft und nicht auf neue Steuern und Verbote.“ Steuern auf Kerosin oder CO2 würden „nach hinten losgehen“, wenn sie nicht auf europäischer Ebene eingeführt würden. 

Beschlossen wurde die Veranstaltung mit der Bundeshymne, bei der zumindest die meisten im Zelt den richtigen Text sangen.

NEOS

Von den kleineren Parteien war nur NEOS mit einem der Spitzenkandidaten vertreten. Am Donnerstag machte Helmut Brandstätter (64), die Nummer zwei der Bundesliste, einen Messerundgang. Begleitet wurde er von Karin Doppelbauer (Nummer 1 der NEOS-Landesliste).

Seinen Wechsel vom Journalismus (er war zuletzt Herausgeber des „Kurier“) in die Politik im Juli erklärte Brandstätter damit, dass er während der Arbeit an seinem Buch „Kurz & Kickl – Ihr Spiel mit Macht und Angst“ immer mehr den Wunsch verspürt habe, „alles zu tun, damit die FPÖ nicht wieder in die Regierung kommt“. Dennoch sei es „ein großer und schwieriger Schritt“. Er werde sich im Nationalrat vor allem um die Bereiche Wissenschaft und Forschung kümmern.

Nach seiner jahrzehntelangen Arbeit als Journalist habe er keine Illusionen, verbuche die Erfahrung aber unter „lebenslanges Lernen“ – was ja auch zum Parteiprogramm der NEOS passe. Seine ersten Erfahrungen im NEOS-Wahlkampf schilderte er positiv: „Die Leute sind sehr freundlich und sehr an Bildung interessiert.“


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