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RIED. Für die Arbeiterkammer werden die Leistungen der Arbeitnehmer nicht genug gewürdigt. Mit der Leistungsbilanz der Beschäftigten im Bezirk Ried will sie gegensteuern.

Betriebsbesuch bei SGL Composites in Ort (v. l.): AKOÖ-Präsident Johann Kalliauer, Betriebsrat Josef Fischer, Pia Lechner, Betriebsratsvorsitzender Franz Gurtner (Foto: AK Oberösterreich)

Der Präsident der oberösterreichischen AK, Johann Kalliauer, meint: „Wenn Unternehmen Erfolge melden, hört man zu selten, dass sie den Arbeitnehmern zu verdanken sind.“ Zur Diskussion um Sozialleistungen sagt er: „Arbeitnehmer zahlen einen großen Teil der Steuern. Daher haben sie auch einen Anspruch auf Gegenleistungen der Gesellschaft bei Ausbildung, Krankheit und Pension. Die Arbeitnehmer zahlen sich ihre Sozialleistungen zum großen Teil selber – das sind erworbene Rechte!“

Zweitstärkster Zuwachs

Der Bezirk Ried verzeichnet in den letzten zehn Jahren mit 13,1 Prozent den zweitstärksten Zuwachs aller oberösterreichischen Betriebe an unselbstständig Beschäftigten (derzeit 26.590 Menschen). Davon haben Frauen viel stärker profitiert als Männer.

Weniger Lehrlinge

Allerdings gibt es um fast ein Viertel weniger Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, als vor zehn Jahren. Die Zahl der Lehrlinge ist um fast ein Viertel (23 Prozent) gesunken, der Lehrlingsmangel sei daher laut AK hausgemacht.

Mehr als ein Drittel der Beschäftigten sind in Großbetrieben mit mehr als 100 Mitarbeitern tätig – so viele wie sonst nur in Linz, Wels und Steyr.

Engagierte Arbeitnehmer

Die Arbeitnehmer tun auch viel für ihre Jobs. Vier von fünf müssen aus ihrer Heimatgemeinde auspendeln, knapp ein Drittel sogar aus dem Bezirk heraus. Fast drei Viertel der Arbeitslosen haben nach drei Monaten einen neuen Job – der zweitbeste Wert in Oberösterreich.

Als einen Grund für die generell gute Situation nennt der Betriebsratsvorsitzende der Firma SGL Composites, Franz Gurtner, dass es im Bezirk „viele gewachsene Betriebe“ gebe. „An die Jobs werden hohe Ansprüche gestellt, dafür sind sie aber relativ sicher.“

Die Pro-Kopf-Wertschöpfung im Bilanzjahr 2017 lag bei fast 66.000 Euro – nach Abzug der durchschnittlichen Personalkosten bleiben den Unternehmen durchschnittlich fast 15.000 Euro pro Mitarbeiter.

Medianeinkommen unter dem Landesdurchschnitt

Finanziell zahlt sich der Aufschwung laut AK allerdings nicht aus, denn beim Medianeinkommen liegt die boomende Region Innviertel mit durchschnittlich 2.319 Euro brutto monatlich um 1,3 Prozent (30 Euro) unter dem Landesdurchschnitt.

Forderungen

Die AK fordert daher kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen auf Basis der gestiegenen Produktivität sowie eine Anhebung der Kollektivvertragslöhne und -gehälter auf mindestens 1.700 Euro, weiters unter anderem die „Rücknahme der gesetzlichen Arbeitszeitverlängerung“ und die Kürzung der Normalarbeitszeit auf 35 Stunden, Überstundenabgabe für jede Überstunde sowie eine Senkung der Lohnsteuer.


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