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Als Reaktion auf den Kommentar „Ungerechte Politik“ von Tips-Geschäftsführer Josef Gruber zur aktuellen Medienförderung hat uns folgender Brief von Wolfgang Danner, Geschäftsführer von Danner Eventsolutions GmbH aus Kirchheim, erreicht. Er schreibt, dass auch in anderen Branchen manche Unternehmer aus nicht nachvollziehbaren Gründen keine oder zu wenig Unterstützung bekommen. 

Foto: Billion Photos / Shutterstock.com
Foto: Billion Photos / Shutterstock.com

Mit großem Interesse habe ich Ihren Kommentar „Ungerechte Politik“ gelesen, da seit Beginn der Krise eine ungerechte Verteilung unserer Steuergelder praktiziert wird, wie wir das wohl auch noch nie gesehen haben.

Ist in den letzten Jahren ein Skandal ans Tageslicht bekommen, unabhängig aus welcher Parteiecke, dann hat man sich gesellschaftlich schnell auf den oder die Übeltäter eingeschossen und die Umfragewerte gingen in den Keller, oder zumindest teilweise.

Aktuell ist es so, dass der Bevölkerung glaubhaft gemacht wird, man bringe das Bargeld mit der Schubkarre zu allen Unternehmern und jeder darf sich nach Herzenslust bedienen, getreu dem Motto: Koste es was es wolle. Dass die Realität aber ganz anders aussieht, das haben Sie ja auch mit Ihren Kommentar angedeutet.

Kurz zu unserer Situation: Meine Firma, die Danner Eventsolutions GmbH, beschäftigt drei Vollzeit-Mitarbeiter und fünf geringfügig beschäftigte Kollegen, welche hauptsächlich in den Frühlings- und Sommermonaten die Spitzen abdecken. Wir statten im Schnitt ca. 250 Events jährlich mit Veranstaltungstechnik und der dazugehörigen Dienstleistung aus, so zum Beispiel auch den VIP-Empfang der Tips mit Max the Sax letztes Jahr in Ort im Innkreis anlässlich des ELWOOD Festivals.

Kurzarbeit für zwei Mitarbeiter

Für zwei Mitarbeiter konnte ich nun Kurzarbeit anmelden, auf meinem Geschäftsführerbezug, sowie auf den Kosten der geringfügig Beschäftigten bleibe ich sitzen.

Da wir die Kriterien für den Härtefall-Fond nicht erfüllen, alleine das Anmelden der Kurzarbeit ist schon ein Ausschlussgrund, bekommen wir keinen Zuschuss. Lediglich das Aufnehmen eines Kredites bleibt uns übrig. Hier werden dann in ca. einem Jahr nach Offenlegung der Bilanz teilweise Kosten nicht zurückzuzahlen sein.

Kosten wie zum Beispiel: Heizung (brauchen wir im Sommer keine), Strom (bis auf einen PC läuft in unserer Firma nichts mehr), Miete (wir haben kein großes Prestige-Objekt, lediglich ein einfaches Lager, für welches sich die Mietkosten absolut in Grenzen halten), Telefonie (macht im heutigen Zeitalter nur mehr einen minimal kleinen Bruchteil unserer Fixkosten aus)

Veranstaltungsbranche als erste betroffen

Unsere Branche war als erstes betroffen und unsere Branche wird die letzte sein, die wieder in ein geregeltes Arbeitsleben zurückkommen wird. Unabhängig davon wird seitens unserer Bundesregierung hier aber kein Unterschied gemacht. Aktuell ist es nicht relevant, ob man jährlich € 500.000,- für eine zeitgerechte Firmen- und Materialstruktur investieren muss, oder eben nur € 500,-. Dass sich die Hilf-Fonds nur auf die Fixkosten der Unternehmen beziehen, ohne auf die Branche zu achten, ist wohl an Ungerechtigkeit nicht zu überbieten.

Hoffnung aufgegeben

Um irgendwie überleben zu können habe ich nun begonnen Bewerbungen zu schreiben um event. wieder in meinem ursprünglichen Beruf als Kunststofftechnikmeister ein paar € nach Hause zu bringen, um so die Firma nicht in die Insolvent treiben zu müssen. Die Hoffnung seitens der Regierung, egal ob Bund oder Land, noch sinnvolle Unterstützung zu bekommen habe ich bereits aufgegeben.

So, oder so ähnlich wird es wohl vielen Selbständigen im Moment gehen. Schade ist nur, dass auf diese Art und Weise der Großteil der Kulturlandschaft in unserem Land an die Wand gefahren wird.

Beste Grüße aus dem Innviertel,

Wolfgang Danner


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