Klingende Installationen von Josef Baier in der Galerie 20gerHaus
RIED. Die Galerie 20gerHaus präsentiert ab Donnerstag, 8. Oktober, die Ausstellung „Gezählte Tage – Rückblick · Einblick · Klang“ mit ausgewählten Arbeiten aus mehreren Jahrzehnten des international remonnierten Bildhauers Josef Baier.

Skulpturen, Klanginstallationen, Modelle und Entwurfszeichnungen zeichnen die Entwicklung seines Werks nach und eröffnen zugleich Einblicke in seine Arbeitsweise, sein künstlerisches Denken und den Entstehungsprozess seiner Arbeiten.
Präsentiert werden vor allem Klangobjekte, die bei der Vernissage und bei einer Matinee am Sonntag, 8. November, um 10 Uhr von Musikern bespielt werden.
Installation „Gezählte Tage“
Namensgeber der Ausstellung ist die Installation „Gezählte Tage“, die Josef Baier 2010 geschaffen hat. Auf vertikalen Gewindestangen – jeweils einem Lebensjahr zugeordnet – sind Beilagscheiben für jeden einzelnen Tag seines Lebens aufgefädelt. Für die Ausstellung wurde die Arbeit anlässlich des 75. Lebensjahres des Künstlers tagesaktuell erweitert. Die Besucher sind eingeladen, die Scheiben anzuheben und wieder herabgleiten zu lassen – ein sinnlich erfahrbares Bild für Zeit, Erinnerung und Vergänglichkeit.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung gilt Baiers Klangskulpturen. Zu sehen und zu erleben ist eine Variante des Lambdoma mit 64 Klangrohren. Das begehbare Original mit 256 Klangrohren befindet sich im Pankratium – Haus des Staunens in Gmünd in Kärnten.
Vernissage am 9. Oktober
Die Ausstellung wird von Maria Reitter-Kollmann, Leiterin der Kunstsammlung des Landes, am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr eröffnet (Dauer: bis 14. November).
Im Anschluss gestaltet die international renommierte Obertonsängerin Anna Maria Hefele eine Klangperformance mit dem Lambdoma. Danach sind die Besucher eingeladen, die Klangröhren selbst auszuprobieren und das Instrument spielerisch zu entdecken.
Der Künstler
Josef Baier, Jahrgang 1951, wurde in Salzburg geboren. Er lebt und arbeitet in Leonding. Nach seinem Studium der Bildhauerei an der Kunstuniversität Linz bei Erwin Reiter war er von 1985 bis 2016 dort als Lehrbeauftragter tätig. Bekannt wurde Josef Baier vor allem durch seine großformatigen Metallskulpturen im öffentlichen Raum, darunter die Spiralen in Schärding und Ottensheim. Darüber hinaus arbeitet er mit unterschiedlichsten Materialien wie Metall, Stroh, Wolle oder Papier und verbindet in vielen Werken skulpturale Form mit Klang.
Eine besondere Charakteristik seines Schaffens ist die Verbindung von künstlerischer Gestaltung mit naturwissenschaftlichem Denken. Die Auseinandersetzung mit kinetischen Phänomenen, die Suche nach technischen Lösungen sowie das Interesse an Erkenntnisprozessen im Grenzbereich von bildender Kunst, Musik, Philosophie, Mathematik und Physik prägen seine Skulpturen und Objekte.








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