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RIED. Zum 23. Mal veröffentlicht das Museum Innviertler Volkskundehaus den „Bundschuh“. Die neue Ausgabe vereint 28 Beiträge zu Themen aus dem Inn- und Hausruckviertel, von Geschichte und Zeitgeschichte bis zu Kultur und Naturkunde.

  1 / 5   Auf dem Rieder Messegelände fanden früher Motorradrennen statt. (Foto: Museum Innv. Volkskundehaus)

Viele Beiträge befassen sich wieder mit geschichtlichen Ereignissen, vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg.

Pandemie vor 100 Jahren

Franz Buchinger und Franz Schwendner lassen angesichts der Coronavirus-Krise von 2020 Erinnerungen an die „Spanische Grippe“ vor 100 Jahren wach werden und halten Verlauf und Todesfälle der Pandemie im Bezirk Ried fest.

Zum Manöver 1912 im Inn- und Hausruckviertel hält Engelbert Lagler fest, dass gegen das Wetter auch ein Erzherzog nicht ankann.

„Briefe zum Überleben“ ist der Titel des Berichts von Ewald Ratzenböck über die Kriegsgefangenschaft von Josef Niedermayer aus Taufkirchen an der Pram 1945-1948 im ehemaligen Jugoslawien – und Johann Klaffenböck gedenkt der zehn Todesopfer, die 1943 bei vier Flugzeugabstürzen in Kopfing ums Leben gekommen sind. Über den früheren Rieder Messepräsidenten Emil Böhm weiß Gottfried Gansinger zu berichten.

Die Erinnerungen an die Volksfeste ihrer Kindheit hat Auguste Erlachner niedergeschrieben.

„Unehrliche“ Berufe

Peter Fußl setzt sich mit dem Beruf des Abdeckers, auch Schinder oder Wasenmeister genannt, auseinander und hält fest, dass dieser, obwohl er über viele Jahrhunderte für die Hygiene und damit auch für die Gesundheit von Mensch und Tier eine wichtige Rolle spielte, stets zu den so genannten unehrlichen Berufen zählte.

Geschichte und Geschichten aus der Braunauer Unterwelt gehen Manfred und Tamara Rachbauer auf den Grund. Unter dem Titel „A schene Leich“ schildert Irmgard Maier Totenbräuche im Inn­viertel.

Uhren und Bilder

Michael Neureiter macht darauf aufmerksam, dass für die junge Stadt Ried 1868 für den Kirchturm und 1870 für das Rathaus Turmuhren der Firma Mannhardt angeschafft wurden.

Carolin Spitzer beschäftigt sich mit den Andachtsbildern des 19. Jahrhunderts in der Sammlung des Museums Innviertler Volkskundehaus und stellt fest, dass es sich um kleine Schätze von enormem Wert handelt.

Fauna und Flora

Die naturkundlichen Beiträge beschäftigen sich mit dem ehemaligen Meeresstrand von Allerding (Franz Berger), dem Kaolin von Münzkirchen (Albert Ulbig), Pilzfunden in und um Ried im Innkreis (Heinz Forstinger), Maulbeerbäumen und Seidenraupen (Michael Hohla), dem Garten als Naturoase und Paradies für viele Mitbewohner (Claudia Ortner) und mit den Rückhaltebecken Hof/Pattigham, Rettenbrunn/Neuhofen und Wötzling/Hohenzell als Hochwasserschutz und Entstehung neuer Lebensräume (Johanna Samhaber).

Der 23. Bundschuh wird am

Dienstag, 3. November um 19 Uhr im Rieder Sparkassen-Stadtsaal und am

Mittwoch, 4. November, 19 Uhr im Gasthaus Kirchenwirt in Kopfing präsentiert.

Um Anmeldung zu beiden Veranstaltungen bis spätestens 2. November unter

kultur@ried.gv.at oder

Tel. 07752/901-302 wird gebeten.


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