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RIED. Weitreichende Öffnungsschritte sind ab 1. Juli auch für Messen und Veranstaltungen fixiert. So startet auch die Messe Ried wieder durch und wird mit der großen Messe und dem Rieder Volksfest ihre Pforten wieder öffnen. Tips sprach mit Messedirektor Helmut Slezak über die Zukunft der Messe Ried.

Messedirektor Helmut Slezak Foto: Messe Ried
Messedirektor Helmut Slezak Foto: Messe Ried

Tips: Es steht außer Frage: Das Pandemiejahr 2020 war für die gesamte Messebranche weltweit ein herber Rückschlag und eine wirtschaftliche Katastrophe. Inwieweit hat Covid-19 die Messe Ried verändert?

Helmut Slezak: Es war innerhalb von einem Tag, dass alles runtergefahren wurde. Wir waren mitten in den Vorbereitungen für die Sport & Fun 2020. Man konnte sich nicht einmal mehr im Büro sehen. Das hat für jeden Einzelnen eine Unsicherheit gebracht, es ging um das wirtschaftliche Überleben der Messe und um die Jobs der Mitarbeiter. Man wusste nicht, wie das weiter geht. Wir haben sehr offen kommuniziert. Deswegen hat man schnell die Angst nehmen können. Die Kurzarbeit für die Mitarbeiter endet Ende Juni. Und genauso schnell wie alles im März 2020 runtergefahren war, müssen wir jetzt wieder hochfahren, weil die Rieder Messe vor der Tür steht.

Tips:Wie steht es wirtschaftlich um die Messe Ried?

Helmut Slezak: Positiv war die Kurzarbeit, ja sogar überlebenswichtig und dass uns die Stadt von der Miete befreit hat. Wir sind bis jetzt mit den eigenen Rücklagen ausgekommen. Das heißt, in Wahrheit sollten wir, wenn die Rieder Messe wie geplant stattfindet, mit der eigenen Liquidität das Auslangen finden. Was für uns nicht nachvollziehbar war, ist die Ungleichbehandlung in der Branche. Weil wir zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt sind, haben wir zum Beispiel keinen Anspruch auf Fixkostenersatz bekommen. Was den Lockdown-Umsatzersatz betrifft, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Damit sind noch Steuerberater und Anwälte befasst.

Tips:Im Herbst findet nach über einem Jahr wieder eine Messe statt. Und zwar die Rieder Herbstmesse mit dem Volksfest. Werden die Besucher diese Messe so erleben, wie es vor Corona war?

Helmut Slezak: Aus unserer Sicht ja. Von den zu erwartenden Verordnungen wird vieles bis alles möglich sein. Aus heutiger Sicht wird es die 3G-Regel geben, weitere Einschränkungen sind nicht zu erwarten. Ob das Gelände zu 100 Prozent ausgelastet sein wird, ist noch nicht seriös zu beantworten, weil wir noch mitten in der aktiven Phase sind. Die überwiegende Mehrheit der Firmen freut sich auf direkten Kontakt und die Kundengespräche.

Tips:Welche Schwerpunkte bzw. Highlights wird es bei der Rieder Messe geben?

Helmut Slezak: Neben dem Thema Landwirtschaft, Tierschauen, Live-Vorführungen haben wir den Schwerpunkt Lebensmittel aus besten Händen in Verbindung mit viel Information über den Bio-Bereich. Die Überleitung von der Landwirtschaft zum Konsumenten ist wichtig und muss Raum bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt ist Bauen, Wohnen, Maschinen, aber einfach auch Einkaufen, sozusagen Messeshopping.

Tips:Gab es Überlegungen, eine Messe digital umzusetzen?

Helmut Slezak: Ganz kurz, aber das ist kein Thema für uns. Eine Messe lebt von Emotionen, von Gesprächen, dieser persönliche Kontakt lässt sich nicht abbilden. Ich kenne keine einzige wirtschaftlich erfolgreiche Umsetzung einer digitalen Messe. Was natürlich wichtig geworden ist, ist die allgemeine Digitalisierung rund um die Messe. Die Webseite wird bis Ende Juli neugestaltet und alles, was den Social Media-Bereich betrifft, hat mit Corona an Fahrt aufgenommen. Das betrifft auch die Abwicklung von Gutscheinen oder Eintrittskarten, die digital erhältlich sind.

Tips:Unter den Messeabsagen leidet nicht nur die Messe Ried, sondern auch die ausstellenden Firmen. Gibt es schon wieder vermehrt Anfragen?

Helmut Slezak: Ja, Gott sei Dank. Wir sind schon bei einer Auslastung von zirka 75 Prozent im Vergleich zu 2019. Gerade in den letzten Wochen merkt man, dass es in vielen Bereichen zu Erleichterungen gekommen ist. Wir haben viel Platz, vor allem auch am Freigelände, das wird von den Ausstellern honoriert. Wir bieten Sicherheit und haben ein gutes Konzept.

Tips:Worauf freuen Sie sich am meisten?

Helmut Slezak: Dass man wieder mit vielen Partnern in Kontakt treten kann, wir unseren Job machen können, wieder eine Wirtschaftsplattform in der Region sein können. Dass wir das vielfältige Angebot mit den Konsumenten zusammenbringen können – egal ob beim Volksfest oder Sonderschauen –, es wird wieder viele emotionale Momente geben.

Rieder Messe 2021: 9. bis 12. September; Rieder Volksfest: 2. bis 5. und 9. bis 12. September


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