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Die Herbstmesse ist einen Tag kürzer, das Volksfest „im öffentlichen Interesse“

Walter Horn, 21.08.2021 08:15

RIED. Die Freude war Messedirektor Helmut Slezak anzumerken, als er am vergangenen Mittwoch verkündete, dass die Rieder Landwirtschafts- und Herbstmesse in ihrem 154. Jahr vom 9. bis 12. September wieder stattfindet.

  1 / 3   Vorstellung des Programms mit Ausstellern und Partnern der Messe Ried (v. l.): Gerald Grausgruber (AgroMarketing), Johann Hosner (FIH), Messedirektor Helmut Slezak, Messepräsident Alfred Frauscher, Bataillonskommandant Oberst Alfred Steingreß und Anton Hofer (Firma Hargassner) (Foto: Tips / Horn)

Slezak: „Nach 18 Monaten können wir wieder machen, wofür wir ausgebildet sind: Eine Messe veranstalten.“ Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird die Messe am Donnerstag, 9. September, eröffnen – für den Messedirektor „eine große Ehre“.

Eine Ehre, die sich die Messe Ried auch dadurch verdient hat, dass sie nach 18 Monaten die erste große landwirtschaftliche Leistungsschau mit der ersten Tierschau im deutschsprachigen Raum ist.

Etliche Neuigkeiten

Slezak kündigte einige Änderungen an – ein paar wegen Corona, ein paar „weil wir glauben, dass es gut passt.“

Neu ist unter anderem die Bagger-Arena – „ein Männerspielplatz“. Ebenfalls neu ist die Halle 4, die neue Volleyballarena. Sie kommt noch vor ihrer sportlichen Eröffnung in der Messe zum Einsatz.

Die Stallungen wurden nach dem Vorfall vor zwei Jahren, als ein Stier ausbrach und durchs Messegelände lief, etwas adaptiert.

Nichts Neues, aber immer wieder erfreulich: „Das Freigelände mit der Landtechnik ist restlos ausverkauft.“

Eine Säule der Landwirtschaftsmesse sind die berühmten Tierschauen, vor allem mit Rindern, aber auch Pferden, Schweinen, Schafen und Ziegen.

Das Bundesheer ist zum dritten mal auf der Messe vertreten – die Vorführungen des Rieder Panzergrenadierbataillons 13 waren bisher immer Publikumsmagnete. Die „13er“ zeigen militärisches Gerät vom Schützenpanzer Ulan bis zum schweren Bergepanzer und betreiben mit einem Infozelt und Kostproben aus der Feldküche auch „Kundenkontakt“, wie es Bataillonskommandant Oberst Alfred Steingreß formuliert. Heuer finden die Vorführungen (drei pro Tag) in der überdachten Red Zac-Arena statt. 

Große Vielfalt

Messedirektor Slezak schwärmt von dem breiten Spektrum, „das es nur bei der Rieder Landwirtschaftsmesse gibt“.

Im Bereich Ernährung können Messebesucher zum „Esserwisser“ werden. Die beliebten Kochshows finden heuer in der Bauernmarkthalle statt.

In der Tierarena werden neben den Tiepräsentationen auch Platzkonzerte stattfinden. Der Live-Freilaufstall ist seit seiner Premiere ein Fixpunkt der Messe.

Die Themen Digitalisierung und Innovation ziehen sich durch viele Bereiche der Messe, von „Zukunft Tier“ bis „Future Mobility Zone“.

Herbstmesse

Die Herbstmesse – die Einkaufsmesse für die ganze Familie – hat sechs Schwerpunkte: Leben, Mode & Style, Genuss, Wohlfühlen, Bauen & Wohnen sowie Werkzeug & Maschinen.

Volksfest

„Das Volksfest gehört zur Messe“, sagt Helmut Sle­zak. Heuer ist es allerdings etwas „adaptiert“.

Das erste Wochenende fällt aus, dafür beginnt das zweite schon am Mittwoch, 8. September mit dem Familientag von 15 bis 18 Uhr und der Probebeleuchtung.

Außerdem gibt es heuer keine Weinhalle und keinen Barbereich. Das legendäre Gedrängel dort wäre während der Pandemie keine gute Idee. Statt dessen gibt es die „Edelweiß Bar“ in einer überdachten Open-Air-Version. So sind die Nachtschwärmer vor eventuellem Regen geschützt und trotzdem an der frischen Luft.

Die Vorfreude sei schon groß, berichtet Slezak. Festwirt Patrick Stützner habe ihm von empörten Anrufern berichtet, die sich beschwerten, weil der „Abend der Betriebe“ am Freitag schon seit Mitte August ausverkauft sei.

Im Vergnügungspark stehen dieses Mal 16 Fahrgeschäfte, darunter mit dem „Round Up“ und dem „Crazy Surf“ zwei neue.

 „Kein wirtschaftlicher Faktor“

Weil das erste Volksfestwochenende ausfällt, fehlen einige Fahrgeschäfte: Vier Tage Volksfest sind zu kurz, um den aufwändigen Auf- und Abbau zu rechtfertigen. Außerdem haben viele Aussteller Probleme, für lediglich drei Volksfeste im Herbst Personal zu finden. Die Verbleibenden zahlen wegen der kürzeren Dauer geringere Platzmieten. Auch die Entscheidung, das große Festzelt aufzubauen, sei „wegen der riesigen Vorlaufkosten“ schwierig gewesen. Helmut Slezak: „Ein wirtschaftlicher Faktor wie sonst ist das Volksfest für uns heuer nicht. Es ist eine Veranstaltung fürs Volk, sozusagen im öffentlichen Interesse.“

Schweres Jahr

„Zum Glück hat die Messe in den letzten 15 bis 17 Jahren gut gewirtschaftet und konnte Rücklagen bilden“, erläutert Slezak. „Auch die Premiumpartner sind uns alle treu geblieben.“

Für das Messeteam sei das letzte Jahr nicht leicht gewesen. Die Mitarbeiter waren trotz verschiedener Anläufe, doch die eine oder andere Messeveranstaltung organisieren zu können, bis Juni in Kurzarbeit. Dann mussten sie, so Slezak, „von Null auf Hundert“ in Rekordzeit die Herbstmesse auf die Beine stellen.

Covid-19

Bei der Besucherzahl für die Herbstmesse gibt es keine Beschränkung, „aber wir versuchen, die besucher zu verteilen“. Auf dem gesamten Messe- und Volksfestareal gelten die 3G-Regel, beziehungsweise die jeweils gültigen Vorschriften.

Impf- und Teststraße

Während der Messe sind in Halle 16 und 17 (Eingang am Kreisverkehr) Teststraßen und eine Impfstation eingerichtet, die täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sind.

In der Impfstation können sich alle Interessierten impfen lassen (auch ohne österreichische Sozialversicherungsnummer). Wer sich impfen lässt, erhält eine kostenlose Eintrittskarte zur Messe.

Messedirektor Slezak hofft, dass die aktuellen Regeln bis über den September hinaus Bestand haben. Die Messe habe zwar den Vorteil, dass von den 140.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche etwa 120.000 im Freien seien, eine Maskenpflicht „wäre aber schwierig und könnte negative Folgen haben“ – besonders für die folgenden Indoor-Messen. Slezak: „Das weitere Messejahr mit der Modellbaumesse im Oktober, der Haus & Bau im November und auch der Automesse im Februar ist in Planung.“


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