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RIED. Etwas mehr als ein Jahr nach ihrem viel beachteten und in Kritiken hochgelobten Erstlingswerk „Kein Land in Sicht“ präsentieren Junger am 28. April ihre zweite Platte „Wellenreiter“ live im KiK.

Junger sind (v. l.) Andreas Mitterbuchner (ba, voc), Albert Radlinger (gtr), Hans-Peter Junger (voc, gtr, pi), Florian Duft (dr). (Foto: Günter Mayer)

Bei der Veröffentlichung geht die Band einen eigenen Weg. Beim Konzert wird „Wellenreiter“ nur als LP erhältlich sein. Die CD folgt im Herbst. Dazwischen werden Junger jeden Monat einen neuen Song auf den Streamingdiensten veröffentlichen.

Das eine oder andere Video wird es auch geben, wobei Junger im Video zur ersten Single „Nutten Koks und Kaviar“ die Puppen tanzen lassen. Sänger/Mastermind Hans-Peter Junger verspricht ein „skurriles“ Video mit Barbiepuppen und einem auf ebay besorgten Puppenhaus. Regie führte Jakob Pitzer, der mit Junger schon das Video zu „Kein Land in Sicht“ gedreht hatte.

Neuer Vertriebsdeal

Den Vertriebsdeal mit Motor Music haben Junger beendet, man arbeitet jetzt mit Bleeding Star des Tontechnikers Christian Reichinger (der unter anderem im KiK für den Sound sorgt).

Bei der Entscheidung spielten auch die Finanzen eine Rolle – das Zukaufen verschiedener Dienste war teuer, gleichzeitig fehlten durch die Corona-Nachwirkungen Einnahmen in Form von Auftrittsgagen. Hans-Peter Junger: „Wir haben das System verschlankt.“

Eigenproduktion

Aufgenommen wurde das Album wieder als Eigenproduktion im Studio von Hans-Peter Junger. „Das entspricht unserer Philosophie“, sagt er. „Dadurch sind wir unabhängiger und auch finanziell freier.“

Der krachende und trotzdem ausgefeilte Junger-Sound hat sich auf „Wellenreiter“ kaum verändert. Es dominieren kräftige Riffs und eingängige, aber nicht banale Refrains, dazu wird“s stellenweise sogar etwas funky (“Spiel für dich“, „Was ist“). Mit dem Titelsong und „Und wieder sind wir die Letzten“ gibt es auch wieder zwei kraftvolle Balladen.

„Das hat sich so ergeben“, sagt Hans-Peter Junger und erklärt weiter: „Die Songs haben mehr Zusammenhang. Man merkt, dass sie in einem kürzeren Zeitraum als das erste Album entstanden sind und fürs Liveprogramm geschrieben wurden.“

Wer Junger seit ihrem Neustart vor etwa eineinhalb Jahren live gesehen hat, wird einige der Songs auf „Wellenreiter“ schon kennen. Manche (“Who the Fuck Is Elvis“ oder „Nutten Koks und Kaviar“) haben es fast unverändert auf die LP geschafft, andere, wie zum Beispiel „Wende“, das bei den Konzerten ein echter Abräumer war, wurden für das Album noch einmal verfeinert.

Alltagserfahrungen

In Jungers Texten geht es häufig um Alltagserfahrungen und persönliche Erlebnisse, aber auch um Themen, „die über persönliche Geschichten hinausgehen“ – zum Beispiel um fragwürdiges Nacheifern von Idolen, Unsicherheit (“Wende“) oder Größenwahn (“Nutten Koks und Kaviar“).

Die Verbundenheit von Junger zur SV Ried ist bekannt – „Wer wenn nicht wir“ vom letzten Album war eine Zeit lang der Einlaufsong bei den Heimspielen und Torhüter Samuel Sahin-Radlinger ist der Neffe von Gitarrist Albert Radlinger. Deswegen bestreiten sie auch vehement (und grinsend), dass „Und wieder sind wir die Letzten“ etwas mit dem Verein zu tun habe. Hans-Peter Junger: „Der Text ist eine Anspielung auf unser Alter und auch darauf, dass sich der Rock von der Jugendkultur gelöst hat.“

Videos

Junger beim KiK Open Air 2022: Die Wende

Junger im Oktober 2021 im Rohbau, Mehrnbach: Wer wenn nicht wir

Freitag, 28. April, 20 UhrRied, KiK
Eintritt: 20 / 18 Euro
anschließend: DJ whsonic
Tickets: Raiffeisenbank und Thalia Ried, kik-ried.com

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