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RIED. Die Pisa-Studie 2022 zeigt einen weiteren Leistungsrückgang und bestätigt erneut Österreichs Spitzenposition, wenn es um Leistungsunterschiede nach sozialer Herkunft geht. Umso wichtiger, dass sich Jungakademiker mit vollem Engagement dafür einsetzen, dass auch Kinder mit schlechteren Startbedingungen ihre schulische und berufliche Ausbildung gut meistern. Was sie – als Lehrkraft und als Trainer und Vorbild – an ihre Schüler weitergeben, zeigt das Beispiel von Clemens Zulehner aus Ried.

Clemens Zulehner ist Lehrer aus Leidenschaft. (Foto: privat)
Clemens Zulehner ist Lehrer aus Leidenschaft. (Foto: privat)

Für Kinder ist Bewegung natürlich. Sie treffen Freunde, können sich auspowern und Spaß haben. Einige hingegen wollen mehr. Ihre Begeisterung für Wettkämpfe – erst auf regionaler bis hin zur internationalen Ebene – lässt sie immer härter trainieren und an ihre Grenzen gehen. Was er dabei für sein weiteres Leben gelernt hat – und was er als Lehrkraft im Rahmen des Teach For Austria Leadership-Programms an die Jugendlichen weitergeben konnte, zeigt das Beispiel von Clemens Zulehner aus Ried.

Bildung hat hohen Stellenwert

Für Teach For Austria Fellows – wie auch für ihre Eltern – hat Bildung einen hohen Stellenwert. Darum wurden sie beim Lernen und ihrem sportlichen Engagement von Anfang an unterstützt. So auch Clemens Zulehner. Der 31-Jährige aus Ried ist begeisterter Fußballer und war Jugendtrainer bei der Vienna und Klosterneuburg. 2018 unterrichtete er im ersten Jahrgang von Teach For Austria in Oberösterreich an der Sporthauptschule Haid. Danach kehrte er in den Fußball zu Flyeralarm Admira zurück, war Akademietrainer bei der SV Ried, Co-Trainer der SV Guntamatic Ried und aktuell beim LASK.

Vorbild sein

Etwas zurückgeben und bestehende soziale Ungleichheiten – ob in der Schule oder im Sport – abfedern, das treibt alle Fellows von Teach For Austria an. Sei es als persönliches Vorbild, durch Zuhören oder positive Bestärkung im Unterricht. „Für mich war das Unterrichten als Teach For Austria Fellow eine Win-Win-Situation, weil ich meine Erfahrungen als Coach einbringen und zugleich wertvolle Skills für meine Tätigkeit als Trainer im Erwachsenenbereich mitnehmen konnte. Durch Planung, Leidenschaft und gezieltes Fordern und Fördern kann man erreichen, dass Kinder und Jugendliche über sich hinauswachsen“, ist Zulehner überzeugt.

Grundstein wird in jungen Jahren gelegt

„Man kann nicht bereits mit zehn Jahren sagen, wer später das ganz große Talent sein wird, das es bis zum Profifußballer schafft. Aber der Grundstein, dass man überhaupt die Chance erhält, wird in den jüngeren Jahren gelegt. Es geht darum, Fähigkeiten zu erlernen, die Basis für die Bewegung aufzubauen. Abgesehen von den genetischen Grundlagen, die jeder Mensch mitbekommt, ist es eindeutig so, dass – wie die Lehrkräfte in der Schule – auch im Fußball die Trainer eine extrem wichtige Rolle spielen: Unsere Aufgabe ist es, die Kinder immer wieder zu motivieren, ihnen die Freude am Sport zu vermitteln und zu verstärken. Wenn dieser Funke das Feuer entfacht hat, kommt der Anreiz aus dem Kind selbst, länger am Platz zu bleiben, noch einmal rauszugehen und am Spielfeld oder im Käfig zu spielen. Diese Zeit ist vom Alter her mit der Mittelschule vergleichbar. Begleiterscheinungen wie Pubertät oder erste Liebe sind herausfordernd, und man muss auch sehen, dass die Kids gerade in dieser Zeit unheimlich viel leisten: mit Schule und Fußball müssen sie ein höheres Pensum bewältigen als Profi-Fußballer. Da ist es wirklich wichtig, dass Coaches und Lehrkräfte sie unterstützen. Man wird zu einem wichtigen Bezugspunkt in ihrem Leben, weil wir die Kinder am häufigsten sehen und am intensivsten betreuen“, bekräftigt Zulehner.

Bildungsgerechtigkeit durch Empowerment

Im Rahmen des intensiven Teach For Austria Leadership-Programms lernen die Jungakademiker, sich einem Problem zu stellen und über sich hinauszuwachsen – und wie man das auf den Unterricht anwenden kann. Die Fellows haben dieses Mindset verinnerlicht und leben es vor, um ihre Schüler zu motivieren und zu unterstützen. Das sieht auch Clemens Zulehner als essenziell und betont, dass Leistungssport die Persönlichkeit prägt, dass es aber nicht allein auf das Talent ankommt. Vielmehr braucht es Leidenschaft, Disziplin, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz, mentale Stärke und eine gewisse Form von Resilienz, um national oder gar international erfolgreich zu sein. Weitere Infos unter www.teachforaustria.at


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