Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

RIED. Seit 25 Jahren gibt es diese Opferschutzeinrichtung bereits in Ried. Frauen, die sich seit den Planungsanfängen in den Dienst von häuslicher Gewalt betroffener Frauen und Kinder stellen, staunen über die unglaublich klingende Zeitspanne, aber auch über die immer noch mehr als dringliche Notwendigkeit des Frauenhauses.

Der Vorstand des Frauenhauses Ried: Audrey Emprechtinger, Robert Bernard, Obfrau Susanne Billinger, Gerhard Rauchenschwandtner und Doris Dim (Foto: Schossleitner)

„Mein Dank gilt all jenen mutigen Frauen, die dieses Haus durch ihr Engagement und ihre feministische Arbeit erst möglich gemacht haben und all jenen Frauen, die tagtäglich mit dem Thema Gewalt arbeiten – allem voran natürlich meinem Team und dem ehrenamtlichen Vereinsvorstand.

780 Frauen fanden seither Schutz

Über 780 Frauen mit ihren Kindern fanden so seit der Eröffnung im Juni 1999 Schutz, Hilfe und Unterkunft bei uns“, berichtet die Geschäftsführerin des Frauenhauses, Michaela Schrotter, „dazu kamen rund 3.000 ambulante Beratungen und Nachbetreuungen.“ Dass diese erschreckenden Zahlen nur einen Bruchteil dessen abbilden, was sich an häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder abspielt, ist dem multiprofessionellen Team bewusst. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein Männerthema, beginnt oft schleichend und sollte niemals unbeachtet bleiben.  

„Gewalt geht uns alle an“

Unter dem Motto „Gewalt geht uns alle an“ möchte das Frauenhaus Ried aufrufen, achtsam zu sein, Zivilcourage zu zeigen und betroffene Frauen zu bestärken sich Hilfe zu holen. „Die Kette der Gewalt zu durchbrechen, erfordert so viel Mut“, sagt die Anwältin und Vereinsobfrau Susanne Billinger, „die Frauen, die aus der Gewaltbeziehung ausbrechen, verlieren meist alles, was ihr bisheriges Leben ausgemacht hat, ihre Wohnung, den Job, das soziale Umfeld und das meist ohnehin spärliche zur Verfügung stehende Geld. Wir haben größten Respekt vor den Frauen, die den Weg zu uns finden und unterstützen sie nach besten Kräften auf dem Weg in ein gewaltfreies, selbst bestimmtes Leben.“

Jede Frau hat ihre eigene traurige Geschichte mit im Gepäck, jede Frau erfährt im Frauenhaus größtmögliche Unterstützung und Wertschätzung als Mensch. „Unsere Frauen entscheiden selbst bestimmt, wohin ihr Weg führen soll. Wir unterstützen und begleiten diese Entscheidungen mit und klären über die Möglichkeiten auf, drängen sie jedoch nicht. Es ist sehr wichtig, dass die Frauen selbst einen Plan für eine gute, gewaltfreie Zukunft entwickeln. Viele Frauen schaffen dies dann zu leben.“, erzählt Michaela Schrotter aus dem Alltag ihres Teams.

Die Notwendigkeit eines Frauenhauses in unserer Gesellschaft ist kein Anlass zur Freude, dennoch blickt Michaela Schrotter zuversichtlich und mutig in die Zukunft. „Wir freuen uns auf die Fertigstellung unseres neuen Frauenhauses, dass eine zeitgemäße Unterkunft gewährleistet,“ sagt sie, „und wir werden auch in den nächsten Jahren alles tun, um schutzsuchende Frauen zu stärken, zu begleiten und in ihrem Recht auf ein Leben ohne Gewalt zu schützen.“

Das Frauenhaus ist rund um die Uhr unter der Nummer 07752 71733 erreichbar, gerne auch anonym.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden