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INNVIERTEL. Das Innviertel ist geprägt von Tradition, Bodenständigkeit und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Wer hier lebt, weiß die Mischung aus Bescheidenheit, Regionalstolz, Wirtshauskultur und gelebten Traditionen zu schätzen. Für Außenstehende mögen manche Eigenheiten ungewöhnlich erscheinen. Für Innviertler hingegen sind sie ein Stück Heimat – und genau das macht die Region so besonders.

Tourismusmanager Gerald Hartl (Foto: Beata Kania)
  1 / 2   Tourismusmanager Gerald Hartl (Foto: Beata Kania)

Wer im Innviertel aufgewachsen ist, kennt sie ganz genau – die kleinen Eigenheiten, die Traditionen und die ungeschriebenen Regeln, die das Leben zwischen Braunau, Ried und Schärding prägen. Für Außenstehende mögen manche Gewohnheiten seltsam wirken. Für Innviertler hingegen sind sie völlig selbstverständlich.

Fragt man einen Innviertler, woher er kommt, lautet die Antwort oft nicht „aus Oberösterreich“, sondern ganz selbstverständlich: „Aus dem Innviertel.“ „Die Menschen gelten als bodenständig, ehrlich und pragmatisch. Wenn man irgendwo in Oberösterreich unterwegs ist, werden die Innviertler oft als „grade Michl´n“ wahrgenommen – Menschen, die anpacken können, gemütlich sind und gerne einmal ein Bier trinken. Handschlagqualität spielt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle“, weiß Tourismusmanager Gerald Hartl.

Regionaler Stolz

Wer im Innviertel lebt, weiß, das Innviertel ist nicht einfach ein Landstrich, es ist ein Lebensgefühl. „Je weiter man außerhalb der Region unterwegs ist, desto stärker wird das Bewusstsein für die eigene Herkunft. Viele sagen heute ganz bewusst: „Ich bin ein Innviertler.“ Das Selbstverständnis und der Stolz auf die Region sind in den vergangenen Jahren gewachsen“, betont Hartl.

Bier ist Kultur und nicht einfach nur ein Getränk

Im Innviertel gibt es kaum eine Gemeinde ohne eigene Biergeschichte. Insgesamt gab es im Innviertel einmal 150 Brauereien. Zahlreiche Privatbrauereien und Wirtshäuser prägten dabei die Region. Nach Angaben der Bierregion Innviertel gibt es heute noch zehn aktive Brauereien. Eine „Hoibe“ ist nämlich weit mehr als ein Getränk. Sie ist Anlass für Gespräche, Treffpunkt für Freunde und oftmals die Lösung für die kleinen und großen Probleme des Alltags. Wer neu in die Region kommt, wundert sich vielleicht darüber, wie oft wichtige Entscheidungen bei einem Bier besprochen werden. Ob Vereinsangelegenheiten, Nachbarschaftsthemen oder Familienfeiern – viele Dinge werden erst bei einer gemütlichen Hoiben wirklich geklärt. Dabei geht es weniger um den Konsum als um das Zusammensein. „Das Innviertel wird zunehmend als Bierregion beziehungsweise Brauereidestination wahrgenommen. Mit den rund 60 Veranstaltungen rund ums Bier beim Biermärz bietet das Innviertel ein in Österreich einzigartiges Angebot“, weiß der langjährige Tourismusmanager.

Der Dialekt 
verrät die Herkunft

Für viele Zugezogene oder auf innviertlerisch „Zuagroaste“ klingt der Dialekt zunächst wie eine eigene Sprache. Tatsächlich unterscheidet er sich deutlich von jenem im Zentralraum oder im Salzkammergut. Begriffe wie „fei“, „woaßt“, „gschamig“, „Oachkatzl“, „Pfiat di“ oder „oba geh“ gehören zum täglichen Sprachgebrauch. Innviertler erkennen oft schon nach wenigen Sätzen, aus welchem Bezirk oder sogar aus welcher Gegend jemand stammt. Zwischen dem Dialekt in Braunau, Schärding oder Ried gibt es feine Unterschiede, die Außenstehenden meist verborgen bleiben. Der Dialekt ist dabei weit mehr als nur Sprache. Er ist Identität, Heimatgefühl und Ausdruck regionaler Verbundenheit.

Im Innviertel ist jeder Ort stolz auf seinen Kirtag, seine Stadl-, Feuerwehr- und Musikfeste. Frühschoppen sind gesellschaftliche Treffpunkte. Einen besonderen Stellenwert hat die Rieder Messe mit ihrem Volksfest. Aber auch die Oktoberfeste sind Besuchermagneten. „Außerhalb Oberösterreichs wird das Innviertel oft mit bekannten Aushängeschildern verbunden. Wenn man etwa in Wien oder Kärnten vom Innviertel spricht, fallen häufig sofort Begriffe wie das Woodstock der Blasmusik oder die SV Ried. Vor allem das Woodstock der Blasmusik hat wesentlich dazu beigetragen, die Region österreichweit bekannt zu machen. Durch die Berichterstattung im Fernsehen und in anderen Medien wird die besondere Stimmung des Festivals weit über die Grenzen des Innviertels hinaus transportiert“, beschreibt Gerald Hartl die Wahrnehmung des Innviertels nach außen.

Jeder kennt jemanden, 
der jemanden kennt

Egal, wo man hinkommt, irgendjemand kennt immer jemanden, der weiterhelfen kann. Nach wenigen Gesprächsminuten stellt sich häufig heraus, dass man gemeinsame Bekannte, Verwandte oder Vereinskollegen hat. Diese engen Netzwerke sorgen für Zusammenhalt. Gleichzeitig führen sie dazu, dass Neuigkeiten erstaunlich schnell die Runde machen. Man könnte sagen: Im Innviertel gibt es kein echtes „Vitamin B“ – denn Beziehungen gehören hier einfach zum Alltag.


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