Musikalisch, literarischer Rundgang im Rahmen der "Innviertler Roas"
INNVIERTEL. Eine neue ORF-III-Doku begibt sich auf die Innviertler Roas. Der einzigartige Kultur- und Sprachraum steht im Mittelpunkt der Aufnahmen. Entstanden ist ein lebendiges wie tiefgründiges filmisches Porträt dieser besonderen Region mit ihren Menschen, Geschichten und klangvollen Eigenheiten.

Die Ausstrahlung der „Innviertler Roas“ erfolgt am Donnerstag, 8. Oktober, um 20.15 Uhr auf ORF III.
Die Mitwirkenden zeichnen ein lebendiges Porträt des Innviertler Dialekts von einst und heute. Musikalisch im Dialekt unterwegs sind unter anderem die Solinger, die Krammerer Sänger, die Aspacher Tridoppler, Geigenmusi Burgstaller und Markus Edtbauer. Dialektgedichte und Geschichten über den Dialekt kommen von Karl Pumberger-Kasper, Gertraud Felix, Wolfgang Marschall, Hans Hermandinger, der „Mosauerin“, Gertraud Schatzdorfer und weiteren. Dazu wird altes Handwerk wie Zögaflechten und Affenbacken porträtiert.
Die Innviertler Roas wurde ein vielstimmiges, musikalisches, poetisches, erzählendes Hörbild. Es zeigt, dass der Innviertler Dialekt immer noch starker Ausdruck von Herkunft und Heimatgefühl ist.
Einblick ins Stelzhamerhaus
Im Stelzhamerhaus treffen sich der Vizepräsident des Stelzhamerbundes Karl Pumberger und die ehemalige Bezirksleiterin der Rieder Gruppe, Gertraud Felix . Sie pflegen die Dialektsprache dieses OÖ. Mundartdichters und schildern dessen Bedeutung als Dichter der OÖ. Landeshymne sowie seine Sprache und seine Wurzeln. Sie zeichnen ein lebendiges Porträt des Innviertler Originals, das als Erster die Mundart literarisch aufwertete und sie auf Augenhöhe mit der Hochsprache stellte. Im Gespräch würdigen sie sein kulturelle Erbe und ordnen sein Werk in die literarische Landschaft Oberösterreichs ein.
Ausflug in den Kobernaußerwald
Ein Ausflug in den Kobernaußerwald führt zu Hans Hermandinger, einem Waldkenner, Maler und Mundartdichter. Er nimmt uns mit auf einen Gang durch die Natur, rezitiert Gedichte und reflektiert die enge Verbindung von Sprache, Landschaft und Lebensweise. In Pramet öffnet sich das Schatzdorferhaus, das ehemalige Wohnhaus des Mundartdichters Hans Schatzdorfer, wo Tochter Gertraud Schatzdorfer über den Alltag vergangener Zeiten erzählt und dabei zeigt, wie stark sich bäuerliches Leben und Dialekt gegenseitig durchdringen. Markus Edtbauer und seine „Burgstaller Geigenmusi“ begleitet das Gespräch musikalisch – seine Geigenklänge spiegeln das emotionale Fundament der Region wider.
Treffen mit Dialekt-Bloggerin
Humor hat auch Astrid Aichinger. Die Bäuerin bloggt im Innviertler Dialekt – und trifft damit ins Herz der Region. Im Volkskundehaus Ried im Innkreis interpretiert der Journalist und Autor Wolfgang Marschall Gedichte von Franz Richard Achleitner und spricht über den Wert der Mundart als kulturelle Ausdrucksform.
Ganz praktische Sprache zeigt sich wiederum beim „Zögaflechten“ in Eberschwang, wo Alois Kühberger ein altes Handwerk demonstriert – begleitet von traditionellen Zithermelodien von Karin Hartl und ihrer Tochter.
Stammtisch im Schlosspark
Besonders lebendig wird es im Schlosspark in Schärding – wo beim monatlichen Stammtisch eine Runde alteingesessene Schärdinger im Dialekt über frühere Zeiten plaudern und dabei die Innviertler Sprachmelodie mit viel Witz und Lebensfreude hörbar machen. In Schardenberg erzählt der Mundartdichter Karl Bachmair spannende Schmugglergeschichten – wortgewaltig, direkt und mit feinem Humor.
Den Abschluss bildet eine Szene beim Backofen: In Gurten bäckt die Bäuerin Kathi Rohringer nach überliefertem Rezept „Affen“, eine original Innviertler Köstlichkeit, und erzählt in unverfälschtem Dialekt von früheren Lebensweisen, Frauenarbeit am Hof und der Weitergabe von Wissen durch Sprache.
Echte Volksmusiker
In Utzenaich sorgen schließlich die Krammerer Sänger mit ihrem gesanglichen Gespür für die emotionale Kraft des Dialekts. Sie singen von Heimat, von Lebenslust und von Zusammenhalt und verdichten der Klang des Innviertels – bodenständig, Wirtshaus-nah und unverfälscht. „Wir singen im Innvierter Dialekt, weil das noch immer unsere Umgangssprache ist und weil wir es als wichtig empfinden dass es erhalten bleibt“, meinen sie. Mit feinem Gespür für das musikalisches Erbe treten die Aspacher Tridoppler in Erscheinung – sechs Männer, die sich der Pflege des bodenständigen Volksliedes verschrieben haben. In ihren mehrstimmigen Liedern lebt die regionale Klangwelt weiter.








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