Tag der offenen Moschee in Ried
RIED. Der neu gegründete Moscheeverein Iman öffnete seine Türen für die Bevölkerung von Ried und Umgebung. Der Tag der offenen Moschee (TOM) stand ganz im Zeichen des Dialogs, des gegenseitigen Respekts und der Transparenz.

Den Auftakt der Veranstaltung gestaltete Imam Ibro Malić mit einer Koranrezitation. Gleich zu Beginn wurde die breite gesellschaftliche Verankerung des Vereins deutlich. Bürgermeister Bernhard Zwielehner hob in seinen Grußworten hervor, dass Ried eine weltoffene Stadt sei, in der Menschen aus über 50 Nationen friedlich zusammenleben.
Auch die Vertreter der verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften schlossen sich diesem Tenor an und unterstrichen in ihren Beiträgen die Bedeutung von gelebter Religionsfreiheit, gegenseitiger Wertschätzung und interreligiösem Dialog. Unter den Ehrengästen sprachen Reinhard Humer (Seelsorger des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern), Diakon Anton Riedl (Katholische Kirche), Tom Stark (Evangelische Kirche), Pastor Norbert Haslinger (Freie Christen Gemeinde) unc Didi Seifriedsberger (Neuapostolische Kirche).
Willkommenskultur
Obmann Huso Memić betonte in seiner Ansprache die Willkommenskultur des Vereins: „Unsere Türen stehen nicht nur heute, sondern jederzeit und für alle Menschen offen.“ Zudem nutzte der Obmann die Gelegenheit für einen besonderen Dank. Er sprach der Stadtgemeinde sowie dem Roten Kreuz seinen Dank für die hervorragend organisierte, erste gemeinsame Blutspendeaktion aus, die erfolgreich durchgeführt werden konnte.
Der Sekretär des Vereins, Abid Murati, gab Einblicke in die Zusammensetzung der Gemeinde. Obwohl die Mitglieder des Vereins aus über zehn verschiedenen Nationen stammen, verfolge man ein klar ausgerichtetes Ziel: „Wir etablieren uns als deutschsprachige Moschee, um Transparenz, Offenheit und Integration aktiv zu leben und zu fördern.“
Kultureller Austausch
Einen historischen und gesellschaftlichen Bogen spannte Indira Polimac-Hasanović, Vorstandsmitglied der Islamischen Religionsgemeinde Oberösterreich (IRG OÖ). Sie betonte, dass Muslime seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil Europas und Österreichs seien. Um diesen jahrhundertelangen Kultur- und Wissensaustausch zu verdeutlichen, erinnerte sie daran, dass nach der Gutenberg-Bibel der berühmte Kanon der Medizin des muslimischen Gelehrten Ibn Sina (Avicenna) zu den am häufigsten gedruckten Werken der frühen Druckgeschichte gehörte.
Nach dem offiziellen Rahmenprogramm – bestehend aus Koranrezitationen, jugendlichen Kulturbeiträgen und einem Vortrag über die Bedeutung der Moschee – nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, das Mittagsgebet zu beobachten, sich am Buffet zu stärken und bei persönlichen Gesprächen Brücken zu bauen.








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