20 Jahre Babynest in Ried: Wo jedes Neugeborene in sicheren Händen ist

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Primar Andreas Wimmer Foto: KH BHS Ried/Hirnschrodt
Primar Andreas Wimmer Foto: KH BHS Ried/Hirnschrodt
Rosina Pixner Rosina Pixner, Tips Redaktion, 03.08.2021 12:16 Uhr

RIED. Wenn Frauen ihr neugeborenes Kind nicht behalten wollen oder können, gibt ihnen das Babynest im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried die Gewissheit, dass es in guten Händen ist. Drei Kinder wurden bisher hier abgelegt.

Das Innviertler Schwerpunktkrankenhaus war vor zwei Jahrzehnten eines der ersten Spitäler in Österreich, das eine Babyklappe installierte. Die Möglichkeit für schwangere Frauen, ihr Kind nach der Geburt anonym hier abzugeben, soll das Weglegen oder im schlimmsten Fall die Tötung von Neugeborenen in einer Ausnahmesituation verhindern.

Anonym aber sicher

In dem abgelegenen Raum mit eigenem Eingang im Personalhaus 2, der gut ausgeschildert, aber nicht einsehbar ist, befindet sich hinter einem Klappfenster ein ständig beheiztes Babybett. Wird das Fenster geöffnet, ertönt mit etwas Verzögerung ein Alarm im Dienstzimmer der Kinderabteilung, und eine Pflegeperson macht sich auf den Weg zum Babynest. Die Mutter kann in der Zwischenzeit unerkannt weggehen. In der Klappe befindet sich auch ein Informationsblatt mit Beratungsmöglichkeiten und einem Codewort, mit dem die Mutter im Krankenhaus anrufen und sich nach dem Kind erkundigen kann.

 Medizinisch bestens versorgt

„Drei Neugeborene wurden bisher in diesem Babynest abgelegt, jedes nur wenige Stunden alt“, berichtet Primar Andreas Wimmer, Leiter der Abteilung für Kinderheilkunde und Neonatologie. Jedes Kind im Babynest wird sofort medizinisch und pflegerisch betreut, und es erfährt Geborgenheit. Zu den üblichen Routineuntersuchungen kommen einige weitere, weil es ja keinen Mutter-Kind-Pass und damit auch keine Vorgeschichte gibt.

Obsorge bei der Kinder- und Jugendhilfe

Die Obsorge für das Kind übernimmt die Kinder- und Jugendhilfe. Sie sucht Pflegeeltern und leitet ein Adoptionsverfahren ein, falls sich die Mutter nicht innerhalb von zwei Wochen meldet. Nach sechs Monaten wird die Adoption rechtsverbindlich. „Der Bedarf für das Babynest ist auch in einer ländlichen Region wie dem Innviertel gegeben und über die Jahre gleichgeblieben“, so Wimmer, dem zwei Klarstellungen wichtig sind: „Die Mutter bleibt im Babynest absolut anonym, selbst die Monitorkamera für das Wärmebett erfasst nur die Hände, die das Kind hineinlegen. Und es wird nicht versucht, die Mutter zu finden oder auszuforschen, denn das Ablegen im Babynest ist legal und keine Straftat.“

Möglichkeit der anonymen Geburt 

Zugleich weist Wimmer aber auch auf die Möglichkeit der anonymen Geburt hin, die es im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried – wie in allen oö. Spitälern – gibt. Auch dabei müssen Mütter ihre Identität und ihre persönlichen Daten nicht preisgeben und können das Kind anschließend zur Adoption freigeben. Sie brauchen jedoch nicht auf die Sicherheit einer professionell betreuten Entbindung verzichten. Für diesen Weg haben sich in den vergangenen Jahren in Ried mehr Frauen entschieden als für das Babynest.

Mehr Informationen zu Babynest und anonymer Geburt: www.bhsried.at

 

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