„Frühe Hilfe“ wird nun flächendeckend angeboten
OÖ/Bezirk Ried. 3,6 Millionen Euro stehen in Oberösterreich für das Angebot der „Frühen Hilfe“ zur Verfügung, das jetzt auf alle Regionen ausgeweitet wurde. Das Innviertel (Braunau/Ried/Schärding) ist eines der sieben Netzwerke.

Mit dem Konzept „Frühe Hilfen“ wird gezielt bei Schwangerschaft und früher Kindheit präventiv unterstützt, sei es bei Unsicherheiten oder Überforderung, bei psychosozialen Belastungen, bei sehr früher oder später Elternschaft oder etwa auch bei Beziehungsproblemen. Das Angebot richtet sich an Familien ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft bis zu dreijährigen Kindern.
Österreichweit stehen 21 Millionen Euro zur Verfügung, 3,6 Millionen Euro in Oberösterreich. Finanziert wird das Projekt über eine 15a-Vereinbarung von Bund, Land OÖ (mit 1,2 Millionen Euro über die drei Ressorts Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit und Soziales) sowie den Sozial- und Pensionsversicherungsträgern.
Über sieben regional bestehende Netzwerke wurde das Angebot durch die Diakonie, Zentrum Spattstraße, nach dem Start im Zentralraum nun auf alle Regionen ausgerollt.
Freiwillig, niederschwellig und kostenlos
Im Rahmen des Frühe-Hilfen-Netzwerks begleitet eine Bezugsperson (Familienbegleitung) die Familie kontinuierlich und/oder organisiert im Sinne einer Lotsenfunktion dem Bedarf entsprechend das jeweils passende Angebot.
Die Unterstützung ist vertraulich, kostenlos und wird nur umgesetzt, wenn die Familie das möchte. Unterstützt wird unter anderem bei Behördengängen, bei der Organisation von Beratungs- und Therapieangeboten oder bei der Versorgung und Erziehung des Kindes.
(Werdende) Eltern können sich selbst bei den „Frühen Hilfen“ melden – entweder über das Kontaktformular auf https:// fruehehilfen.at oder unter der Service-Hotline der Diakonie (0676 5124545; Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr).
Auf Wunsch sind auch Personen im Gesundheitsberuf bei der Vermittlung behilflich – beispielsweise Hebammen, Hausärzte oder Kinderärzte. In knapp der Hälfte der Anfragen wird das Angebot bereits im Krankenhaus empfohlen. Umgekehrt bieten auch aufmerksame Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialbereich Hilfe an und vermitteln.
Im Jahr 2023 haben in Oberösterreich 459 Familien Kontakt mit den „Frühen Hilfen“ aufgenommen. 80 dieser Familien nahmen eine kurzfristige Unterstützung in Anspruch. 471 Familien erhielten eine längerfristige Begleitung – 136 davon wurden bereits in der Schwangerschaft begleitet.
„Trampolin der Chancen“
„Es braucht ein Investment in die Gesundheit der Kinder schon am Beginn des Lebens, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern unterstützend“, betont LH-Stellvertreterin Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) den Präventionsansatz. „Für ein sicheres und gutes Aufwachsen ist eine gute Eltern-Kind-Beziehung nötig“, so auch Kinder- und Jugendschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ). „Mit der ‚Frühen Hilfe‘ haben wir ein Trampolin der Chancen, das Kindern den besten Start ins Leben gibt.“
Auch Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont das „Grundsatzbekenntnis der gerechten Startchancen für alle Kinder. Chancen sind immer auch eine Frage des familiären Umfeldes.“ Daher müsse flächendeckend gut begleitet werden.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden