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Zweitägiger Workshop in Neuhofen: Lebendiger Boden durch selbst gemachte Terra Preta 

Rosina Pixner, 03.04.2026 08:00

NEUHOFEN. Die sogenannte Terra Preta – portugiesisch für „Schwarze Erde“ – fasziniert seit Jahrzehnten Wissenschaft und Praxis gleichermaßen. Manfred Wegenschimmel  bietet  zwei Workshops am 11. und 18. April beim Heißbauer in Rettenbrunn (Neuhofen) an und zeigt, wie man die Wundererde selbst herstellen kann.

Beim Workshop wird eine Feuerstelle gebaut, in der die Pflanzenkohle entsteht. (Foto: privat)
Beim Workshop wird eine Feuerstelle gebaut, in der die Pflanzenkohle entsteht. (Foto: privat)

Ursprünglich von indigenen Völkern im Amazonasgebiet entwickelt, handelt es sich dabei um einen besonders fruchtbaren, tiefschwarzen Boden, der durch die gezielte Anreicherung organischer Materialien und Pflanzenkohle entstand. Diese historische Form nachhaltiger Bodenverbesserung gilt heute als vielversprechender Ansatz für Klimaschutz und regenerative Landwirtschaft.

In der Zusammensetzung liegt das Geheimnis

Das Geheimnis der Terra Preta liegt in ihrer Zusammensetzung: Pflanzenkohle, die durch Pyrolyse – also die Verkohlung organischen Materials unter Sauerstoffausschluss – entsteht, wird mit organischen Reststoffen wie Kompost oder Dung angereichert. Durch ihre poröse Struktur bietet die Kohle eine enorme Oberfläche, auf der sich Mikroorganismen ansiedeln können. Gleichzeitig speichert sie Wasser und Nährstoffe besonders effizient. Ein weiterer Vorteil ist die langfristige Bindung von CO₂ im Boden, wodurch Terra Preta auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Wie sich diese „Wundererde“ mit einfachen Mitteln selbst herstellen lässt, zeigt Manfred Wegenschimmel in einem praxisnahen Workshop. Wegenschimmel beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Terra Preta und vermittelt fundiertes Wissen zu deren Geschichte, den chemischen Prozessen der Pyrolyse sowie den ökologischen Vorteilen. Dabei verbindet er Theorie und Praxis auf anschauliche Weise.

Der Workshop erstreckt sich über zwei Termine: Am ersten Tag wird gemeinsam die Brenngrube vorbereitet, geeignetes Holz aufbereitet und die erste Verkohlung durchgeführt. Eine Woche später werden die entstandenen Pflanzenkohlen weiterverarbeitet und mit Nährstoffen angereichert, sodass ein hochwertiger Bodenverbesserer entsteht. Die Teilnehmenden haben dabei nicht nur die Möglichkeit, ihr eigenes Produkt herzustellen, sondern auch wertvolle Einblicke in nachhaltige Kreisläufe zu gewinnen. Die fertige Terra Preta kann am Ende mit nach Hause genommen werden.

Organisiert wird der Workshop von der Giesserei Ried. Initiator Max Gramberger betont die praxisnahe Ausrichtung: „Die Giesserei will sich stark auf die alltägliche Umsetzbarkeit von Nachhaltigkeit konzentrieren. Unser Engagement soll Spaß machen und nützlich sein. Beim Terra-Preta-Workshop geht’s um ganz konkrete Ergebnisse und ich bin mir sicher, dass neben den praktischen Erträgen auch viele fachliche und freundschaftliche Kontakte entstehen.“

Zeiten und Anmeldung

11. April, 9 bis 16 Uhr18. April, 10 bis 15 UhrBeide Termine: 80 Euro, sind aber auch einzeln buchbar

Anmeldung an anmeldung@giesserei-ried.at


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