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Drei Pflegeheime im Bezirk Ried öffnen ihre Türen und geben Einblicke in den Alltag

Rosina Pixner, 08.06.2026 12:00

RIED/OBERNBERG/EBERSCHWANG. Wie sieht der Alltag in einem Pflegeheim wirklich aus? Welche Menschen arbeiten dort, welche Aufgaben übernehmen sie und wie leben die Bewohner? Antworten auf diese Fragen gibt der Sozialhilfeverband (SHV) Ried am Freitag, 19. Juni, ab 14 Uhr beim Tag der offenen Tür in den Pflegeheimen Ried, Obernberg und Eberschwang. 

Auf respektvollen Umgang, Zusammenhalt und Teamarbeit wird in der Pflege großer Wert gelegt. (Foto: SHV)

Die Heimleiterinnen Silvia Kühhas-Nerath (Obernberg), Alexandra Dewald (Eberschwang), Sarah Schlüsslbauer und Sieglinde Grimmer (Ried) sowie der Sozialhilfeverband Ried und die Pflegedienstleiter geben einen Einblick was die Besucher beim Tag der offenen Tür erwartet.

Mit der Veranstaltung verfolgt der SHV Ried ein klares Ziel: Pflegeheime sollen als offene und lebensnahe Orte wahrgenommen werden. „Ein Blick hinter die Kulissen schafft Nähe und Vertrauen“, betont der SHV. Gleichzeitig soll die Veranstaltung dazu beitragen, ein realistisches Bild vom Pflegealltag zu vermitteln und die Bedeutung der Pflege in der Gesellschaft stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Leben und Arbeiten im Pflegeheim

Am Nachmittag des 19. Juni erwartet die Besucher ab 14 Uhr ein abwechslungsreiches Programm. Bei Führungen durch die Häuser können sie Wohnbereiche, Gemeinschaftsräume und weitere Einrichtungen kennenlernen. Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung und geben Auskunft über ihren Berufsalltag sowie über die vielfältigen Aufgaben in den Pflege- und Betreuungszentren.

Darüber hinaus erhalten Interessierte Informationen zu den Voraussetzungen für eine Heimaufnahme und können sich mit Fachkräften aus den Bereichen Pflege und Betreuung austauschen. Auch die hauseigenen Physiotherapie-Angebote werden vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Beitrag von Lehrlingen und Zivildienern, die heute eine wichtige Rolle im täglichen Betrieb der Pflegeheime übernehmen. Ebenso informiert der SHV über Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement.

Pflegeheime als Teil der Gemeinde

Besonders authentisch werden die Einblicke durch Begegnungen mit Bewohnern. Gemeinsam mit ihnen und dem Pflegepersonal können Besucher das Haus erkunden und erleben, wie das tägliche Miteinander gestaltet wird. So wird sichtbar, dass Pflegeheime weit mehr sind als reine Betreuungseinrichtungen – sie sind Lebensräume und soziale Treffpunkte.

Ein zentrales Anliegen des Tags der offenen Tür ist es, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. „Viele Menschen verbinden mit Pflegeheimen noch immer Unsicherheit oder Ängste. Durch persönliche Gespräche mit Bewohnern und Mitarbeitern möchte der SHV zeigen, dass moderne Pflegeheime offene, herzliche und professionelle Einrichtungen sind, in denen individuelle Betreuung und Lebensqualität im Mittelpunkt stehen“, betonen die Heimleiterinnen. Der direkte Austausch spielt dabei eine entscheidende Rolle. Besucher können Fragen stellen, Eindrücke sammeln und sich ein eigenes Bild machen. Dadurch entsteht ein ehrlicher Einblick in das Leben und Arbeiten in den Einrichtungen.

Pflegeberufe mit Zukunft

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf den Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Altenpflege. Vorgestellt werden sämtliche Berufsgruppen – von Stützkräften bis hin zu diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Pflegelehre, die im Pflegeheim Ried bereits angeboten wird. Künftig sollen auch die Standorte Eberschwang und Obernberg diese Ausbildungsmöglichkeit anbieten.

Moderne Pflege im Wandel

Die Pflege hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neben neuen Ausbildungsmöglichkeiten prägen heute digitale Lösungen den Arbeitsalltag. So plant der SHV Ried die Einführung einer sprachgesteuerten Pflegedokumentation, die Verwaltungsaufwand reduzieren soll. Auch intelligente Assistenzsysteme kommen zum Einsatz. Mithilfe anonymisierter 3D-Sensortechnologie können Stürze oder Notfälle erkannt werden, ohne dass dabei Bild- oder Tonaufnahmen gespeichert werden. Die Privatsphäre der Bewohner bleibt dadurch gewahrt.

Diese Entwicklungen zeigen, dass Pflege längst nicht mehr nur mit traditionellen Arbeitsweisen verbunden ist. Moderne Technologien und innovative Konzepte unterstützen Mitarbeiter und Bewohner gleichermaßen und tragen dazu bei, die Qualität der Betreuung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

„Wir möchten den Menschen die Botschaft mitgeben, dass ein Pflegeheim kein Ort ist, vor dem man Angst haben muss. Vielmehr kann der Einzug in ein Heim ein positiver neuer Lebensabschnitt sein, in dem Menschen Unterstützung, Gemeinschaft und professionelle Betreuung erhalten. Das Pflegeheim versteht sich als Teil der Gemeinde, in dem jeder herzlich willkommen ist“, so die Heimleiterinnen abschließend.


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