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RIED. Philipp Pomer ist der Spieler im aktuellen Kader, der am längsten bei der SV Ried ist. Der 28-jährige Mittelfeldspieler kam im Sommer 2021 von Blau-Weiß Linz nach Ried. Im Mai verlängerte er seinen Vertrag um weitere drei Jahre bis 2029.

Philipp Pomer hat außer Torwart schon alle Positionen gespielt. (Foto: SVR/Stüber)
Philipp Pomer hat außer Torwart schon alle Positionen gespielt. (Foto: SVR/Stüber)

Tips: Sie sind mittlerweile der Spieler, der am längsten bei der SVR ist. Fühlt sich Ried schon wie Heimat an für Sie?

Pomer: Ja, definitiv. Ich habe hier auch meine Frau kennengelernt, mein Kind ist im Rieder Krankenhaus zur Welt gekommen. Das sind Faktoren, bei denen ich sage, dass Ried mittlerweile definitiv meine Heimat ist und ich mich hier auch sehr wohlfühle.

Tips: Wann haben Sie gemerkt: jetzt bin ich wirklich in Ried angekommen ?

Pomer: Gute Frage. Ich denke, auf jeden Fall, als ich meine Frau kennengelernt habe und viele schöne Seiten in Ried gesehen habe. Da habe ich das erste Mal so richtig das Gefühl gehabt: Okay, es ist echt lebenswert, es ist echt schön, hier zu leben, hier kann man bleiben.

Tips: Wie hat sich der Blick auf Ried und auf Ihre Karriere verändert, dadurch, dass Sie hier eine Familie gegründet haben?

Pomer: Gar nicht so sehr. Mir war immer wichtig, einen Verein zu haben, wo alles passt, wo es sehr familiär zugeht. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass das in Ried vorhanden ist. Dass ein traditionsreicher, familiärer Club vorhanden ist, dass in Ried auch super gearbeitet wird und ich mich eigentlich von Sekunde eins an wohlgefühlt habe.

Tips: Was hat die SV Ried, was andere Vereine vielleicht nicht haben?

Pomer: Es ist einfach sehr familiär. Ich glaube auch, dass neue Spieler sich sehr früh sehr wohlfühlen können. Wenn ein Spieler, wie wir es in den letzten Jahren hatten, aus Südafrika kommt, versucht der Verein, ihm zu ermöglichen, sich hier wohlzufühlen und auch die Kultur und die Stadt kennenzulernen. Das hat man in vielen Vereinen nicht, dass darauf geschaut wird, dass ein Spieler sich nicht nur auf fußballerischer Ebene entwickelt, sondern auch persönlich, dass er viel dazulernen und sich weiterentwickeln kann.

Tips: Warum sind Sie der SVR so lange treu geblieben? Das ist ja eigentlich nicht mehr so selbstverständlich.

Pomer: Da überschneiden sich die Punkte wieder: Weil ich mich hier einfach wohlfühle. Egal ob mit den Burschen oder mit den Trainern, die wir haben: Das harmoniert einfach jedes Mal. Ich glaube, wir wissen, was wir aneinander haben, und es ist eine Win-win-Situation für mich als Spieler und für die SV Ried als Verein.

Tips: War Ihre Entscheidung zu verlängern in erster Linie privat oder sportlich oder beides?

Pomer: In erster Linie auf jeden Fall sportlich. Aber natürlich rede ich auch viel mit meiner Frau darüber. Sie steht komplett hinter mir, egal welche Entscheidung ich treffe. Ich habe die Entscheidung, wenn man es so sagen will, alleine getroffen. Aber natürlich ist es auch einfach, weil die Familie hier ist und wir uns sehr wohlfühlen.

Tips: Sie sind im Verein ein Führungsspieler. Was bedeutet diese Rolle für Sie? Muss man da laut sein, vorangehen oder mehr helfen?

Pomer: Für mich bedeutet das, dass man erstens am Platz Leistung zeigt und speziell den jungen Spielern vorgibt, was es heißt, Profi zu sein und was es braucht, um konstant Profi zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Aber auch außerhalb des Platzes: Dass man die neuen Spieler, vor allem die internationalen, an die Hand nimmt und einfach hilft, wo es geht. Dass man auch immer wieder fragt, was sie gerade denken oder was sie brauchen. Dass man auch da nicht aufhört, Führungsspieler zu sein, sondern auch persönlich weiterhilft.

Tips: Sie sind ein sehr vielseitiger Spieler. Was ist Ihre stärkste Position?

Pomer: Ich denke, dass der linke Verteidiger schon eine sehr gute Position für mich ist, weil ich dort konstant Leistung bringen kann. Es gibt aber natürlich Momente oder Gegner, die es fordern, dass man auf einer anderen Position seine Stärken einbringt. Ich habe eigentlich nie wirklich eine Präferenz gehabt, wo ich spielen will oder nicht. Es war immer ganz klar: Der Trainer gibt es vor. Ich glaube, die Trainer haben immer gewusst, dass ich versuche, jede Position gleich gut zu erfüllen.

Tips: Sie waren ja auch schon einmal im Sturm?

Pomer: In Ried habe ich, glaube ich, jede Position außer Tormann schon einmal gespielt.

Tips: Und was glauben Sie, was Sie der Mannschaft am meisten geben können: Übersicht, Ruhe, Spielintelligenz oder Einsatz?

Pomer: Ich glaube, das, was ich der Mannschaft am besten mitbringen kann, ist definitiv Ruhe. Egal, wie gerade die Ausgangslage ist oder die Situation am Platz oder rund um den Platz. Ich habe eigentlich schon ziemlich alles erlebt: von Abstieg bis Aufstieg, von Cup-Finale bis Ausscheiden direkt am Anfang. Ich glaube, dass ich da meine Erfahrung sehr gut beisteuern kann, der Mannschaft gegenüber, dass sie ein bisschen lockerer ist. Man weiß schon, was wirklich Bedeutung hat und wie es abläuft, wenn einmal die Fans sauer auf einen sind. Aber man weiß: Wenn man nächste Woche gewinnt, dann schaut es wieder anders aus.

Tips: Was glauben Sie, braucht die SVR, damit sie in der Bundesliga dauerhaft stabil drinnen bleibt?

Pomer: Ich glaube, dass Konstanz eine große Rolle spielt. Dass man jetzt an die Leistung vom letzten Jahr anknüpfen möchte, aber natürlich am Boden bleibt und seine Aufgaben erfüllt.

Tips: Es gibt gerade wieder einen großen Umbruch: viele wichtige Spieler sind weg, dafür kommen neue. Der Trainer ist auch neu. Was glauben Sie, wie lange es ungefähr dauern wird, bis sich das eingespielt hat?

Pomer: Ich glaube, das wird relativ schnell gehen. Aber es wird ein paar Meisterschaftsspiele brauchen, um zu merken, wie die Neuen unter Druck sind. Freundschaftsspiele sind schon super, aber unter Druck zeigt sich dann wirklich auch der Charakter im Spiel und die Leistungsfähigkeit der Spieler. Aber so, wie ich das jetzt in der Vorbereitung wahrnehme, glaube ich, haben wir bis jetzt eine sehr gute Truppe beisammen, auch mit dem Trainer. Ich denke schon, dass es ein, zwei, drei Spiele brauchen wird, aber wir sind schon eine coole Truppe.

Tips: In den Testspielen wurde mit einer Viererkette gespielt. Ist das eine große Umstellung?

Pomer: Es ändert natürlich viel gegen den Ball und mit dem Ball. Ich glaube, dass es für die Zuschauer eine richtig coole Formation sein kann, wenn es dann wirklich zielgerichtet aufs Tor geht und man auch mehr Großchancen und Tore erzielen kann.

Tips: Was für persönliche und sportliche Ziele haben Sie noch mit der SVR?

Pomer: Ein Ziel, das ich in meiner Karriere noch nicht erreicht habe, ist das obere Playoff. Dass man schon nach dem Winter sagen kann: Okay, man kann schon fürs nächste Jahr planen, man kann sich besser aufstellen, man kann beruhigt an die Sache herangehen und sich vielleicht ein größeres Ziel setzen als den Klassenerhalt, weil der dann schon abgesichert ist. Sportlich gesehen wollen wir natürlich in allererster Linie in der Bundesliga bleiben und unseren Fußball einfach den Gegnern aufdrücken und konstant unsere Leistung zeigen.

Tips: Wie geht es Ihnen aktuell mit der Verletzung? Was glauben Sie, wie lange es dauert, bis Sie wieder fit sind?

Pomer: Ich denke, dass ich schon zwei, drei Spiele verpassen werde. Ich glaube, dass es bis zur ersten Länderspielpause wieder ziemlich gut ausschauen kann. Natürlich war es Glück im Unglück, dass nur das Seitenband eingerissen ist und das restliche Knie heil geblieben ist. Deshalb bin ich auch sehr positiv gestimmt, dass es nicht allzu lange dauern wird.

Tips: Wenn Sie irgendwann einmal auf Ihre Zeit bei der SVR zurückblicken: Was sollen die Leute dann über Philipp Pomer sagen?

Pomer: Gute Frage. Ich denke, in erster Linie, dass ich der SV Ried in vielen Saisonen geholfen habe, sei es beim Klassenerhalt oder bei anderen Sachen. Ich denke, dass ich immer ein ehrlicher Spieler war. Das wäre mir auch ganz wichtig. Und einfach als positiver Mensch in Erinnerung zu bleiben. Nicht nur als Fußballer, sondern auch als Mensch. Dass man mich, glaube ich, gern hat und dass es auch Spaß gemacht hat, mir als Fan zuzuschauen.


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