Drei Generationen diskutieren in der Giesserei in Ried über Künstliche Intelligenz
RIED. Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen. Laut Statistik Austria haben 2025 bereits 39,4 Prozent der Österreicher zwischen 16 und 74 Jahren generative KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Gemini genutzt. Bei den 16- bis 24-Jährigen sind es sogar 73,2 Prozent.

Die Anwendungen reichen von der Beantwortung von Wissensfragen über Recherche und Textgestaltung bis hin zu persönlichen Empfehlungen und Gesprächen. Doch wie selbstverständlich gehen wir mit diesen neuen Möglichkeiten um? Was gewinnen wir durch KI – und was verändert sich dadurch in unserem Denken, unserer Arbeit und unserem Umgang mit Informationen?
Diesen Fragen widmet sich ein Podiumsgespräch am Mittwoch, 18. November, um 19 Uhr in der Giesserei Ried. Drei Gäste aus drei Generationen berichten über ihre persönlichen Erfahrungen mit KI-Chatbots, erzählen, welche Anwendungen sie nutzen, und sprechen darüber, wo sie Chancen, aber auch Grenzen und Risiken sehen.
Mit dabei ist Valentina Berger (Jahrgang 2008) aus Lambrechten. Sie besucht die Maturaklasse der HTL Braunau, Abteilung Elektronik und Technische Informatik, und gibt Einblicke in die KI-Nutzung ihrer Generation. Für sie bietet die neue Technologie enorme Möglichkeiten bei der Lösung unterschiedlichster Probleme. Gleichzeitig warnt sie davor, der KI zu viel zu überlassen: „Nur eine gesunde Mischung aus dem eigenen Verstand und der KI kann zu erfolgreichen Ergebnissen führen.“
Matthias Grimmer (Jahrgang 1989) aus Mining unterrichtet Informatik an der HTL Braunau und beschäftigt sich intensiv mit KI-Modellen, insbesondere im Bereich der Programmierung. Er erlebt unmittelbar, wie stark KI Arbeitsabläufe verändern kann: „Vieles, was früher eine Woche gedauert hat, schaffe ich heute dank KI an einem Nachmittag. Nur seltsam: Mehr Zeit habe ich dadurch nicht, und produktiver fühle ich mich auch nicht.“
Anton Planitzer (Jahrgang 1959), pensionierter Theologe, nutzt ChatGPT und Gemini für Recherchen, zur Beantwortung von Alltagsfragen und als Unterstützung beim Formulieren. Dabei beschäftigen ihn auch kritische Fragen: Wie verlässlich sind die Informationen, die KI liefert? Und besteht die Gefahr, dass wir durch die zunehmende Nutzung bestimmte Fähigkeiten verlernen?
„Das Podium soll nicht nur unterschiedliche Erfahrungen sichtbar machen, sondern auch zur kritischen Auseinandersetzung einladen. Wie verändert KI unseren Zugang zu Wissen? Wo hilft sie uns tatsächlich weiter, wo sollten wir ihre Antworten hinterfragen? Und welche Aufgaben und Entscheidungen wollen wir weiterhin selbst übernehmen? Im Anschluss an die persönlichen Einblicke sind die Besucher eingeladen, Fragen und persönliche Erfahrungen einzubringen und mitzudiskutieren“, erklärt Max Gramberger von der Giesserei. Der Eintritt ist frei.








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