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Die SV Oberbank Ried hat die Tür zum internationalen Geschäft mehr als nur einen Spalt weit geöffnet

Walter Horn, 23.05.2026 03:25

RIED. Die SV Oberbank Ried hat das erste Finale im Europacup-Playoff am Freitag, 22. Mai, gegen Rapid mit 2:1 (1:0) gewonnen. Die Schwarz-Grünen zeigten dabei eine der stärksten Leistungen des Jahres. Wenn der angekündigte Wechsel von Trainer Maximilian Senft nach Karlsruhe überhaupt eine Auswirkung auf die Mannschaft hatte, dann die, dass die Spieler dadurch zu einer Top-Leistung motiviert wurden.

Eine letzte Feier vor der Westtribüne für das Rieder Trainerteam (Foto: Horn)
Eine letzte Feier vor der Westtribüne für das Rieder Trainerteam (Foto: Horn)

Die Startphase des Spieles gehörte vor 4.638 Zuschauern den favorisierten Wienern, die in den ersten zehn Minuten gleich drei Torchancen durch Petter Nosa Dahl (5., 7.) und Nikolaus Wurmbrand (10.) hatten. Dann kam Ried ins Spiel. Zuerst traf Ante Bajic mit einem abgefälschten Schuss die Latte (11.), dann machte die SV Ried SV-Ried-Dinge: Jussef Nasrawe spielte einen Eckball kurz zu Philip Pomer, bekam den Ball zurück und flankte zum langen Eck, wo Nikki Havenaar den Ball per Kopf ins Netz bugsierte. 

Die Partie war danach ausgeglichen, mit leichten optischen Vorteilen für die Gastgeber. Etwas überraschend kam daher der Ausgleich für Rapid: Nosa Dahl, der wohl beste Rapidler, setzte sich auf der Außenbahn gegen Maart und Havenaar durch und spielte so exakt auf Romeo Amane, dass dieser geradezu treffen musste (75.).

Dann kam die von Trainer Senft in dieser Saison so oft gelobte Rieder Resilienz ins Spiel: Im direkten Gegenzug kam die SVR zu einem Einwurf, den Spezialist Yussuf Maart bis in den Torraum warf; den fast schon abgewehrten Ball schoss Joris Boguo aus etwa 13 Metern aufs Tor und hatte etwas Glück, dass Serge-Philippe Raux-Yao ihn ins eigene Tor ablenkte (77.).

„Wir haben Rapid die Beine genommen“

Maximilian Senft zeigte sich hoch zufrieden und „beeindruckt“ von seiner Mannschaft. Sie habe die Grundtugenden des Herbsts „voll auf den Platz bekommen“ und Rapid durch ihre Ballbesitzphasen „die Beine genommen“. Er sah sein Team sehr dominant. Auch wenn die Tore nach einem Eckball und einem weiten Einwurf „Ried-typisch“ waren, habe die Mannschaft „so klar gezeigt, dass sie mehr kann als Standards und hohe Bälle, dass es selbst Fußball-Nichtwissende gesehen haben“. Senft: „Die Jungs sind zu Unrecht runterreduziert worden. Diese Leistung in einem so wichtigen Spiel zu zeigen, spricht für die Entwicklung dieser Mannschaft.“

Er bedankte sich auch bei den „sensationellen“ Fans, die für Gänsehautstimmung gesorgt hätten: „Ich hoffe, dass wir das auch am Montag in Wien erleben.“

Geplanter Kurzeinsatz

Der Kurzeinsatz von Fabian Rossdorfer von der 47. bis 71. Minute war übrigens keine „Höchststrafe“, sondern so geplant. Rossdorfer hatte laut Trainer Maximilian Senft die Freigabe für 30 Minuten. „Deswegen haben wir uns entschieden, die rechte Außenverteidiger-Position 50:50 zwischen ihm und Martin Rasner aufzuteilen.“ Da Rasner für den Fall einer längeren Nachspielzeit die bessere Fitness hatte, wurde Rossdorfer zuerst eingewechselt und ersetzte ab der 47. Minute den verletzten Michael Sollbauer. 

Senft befürchtet, am Montag auf Sollbauer verzichten zu müssen. Auch der Einsatz von Antonio Van Wyk ist unwahrscheinlich. Dessen „Ersatzmann“ Joris Boguo zählte allerdings beim 2:1 nicht nur wegen seines Treffers zusammen mit Nicolas Bajlicz und Jussef Nasrawe zu den Besten in einer durchgehend starken Rieder Mannschaft. 

„Auf Unentschieden spielen kenne ich nicht, und die Mannschaft auch nicht“

Für die SVR spreche am Montag laut Senft vor allem die „extreme mentale Stärke, die wir heuer schon mehrfach unter Beweis gestellt haben“. Jetzt werde es darum gehen, „die Zitrone komplett auszupressen - die Jungs haben dann eh einige Wochen Urlaub“. Es werde sicher sehr schwer, meinte Senft, „da bin ich nicht naiv, aber wenn es eine Mannschaft schaffen kann, dann unsere“.

Auf Unentschieden werde die SVR auf keinen Fall spielen: „Das kenne ich nicht, und die Mannschaft auch nicht.“

Dass er nach Karlsruhe wechselt, habe er der Mannschaft am Mittwoch mitgeteilt, weil es „Priorität für mich hatte, dass sie es von mir erfahren“. Karlsruhe sei „eine Riesenchance, ein toller Verein, auf den ich große Vorfreude habe“.

Letztes Heimspiel für Senft

Nach dem Spiel wurde nicht nur die Mannschaft vor der Westtribüne gefeiert. Trainer Maximilian Senft wurde mit eigenen Sprechchören gewürdigt und verabschiedet. „Das war wunderschön und sehr emotional für mich - ich habe das noch nie erlebt, dass die Kurve meinen Namen schreit. Das macht mich schon stolz, weil ich weiß, dass mir und dem Staff nichts geschenkt worden ist.“

Senfts Nachfolger möchte Geschäftsführer Sport Wolfgang Fiala bis Mitte Juni präsentieren. Drei von Senfts Assistenten (die Co-Trainer Eduard Buxmann und Emmanuel Faloba sowie Athletik-Coach Mauro Zanoguera) werden den Trainer nach Karlsruhe begleiten. 

Nach dem Spiel am Montag sind Trainer Maximilian Senft und sein Staff übrigens schon verplant: Da wird in Wien Abschied gefeiert. 


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