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Aus mit Applaus: Die SV Oberbank Ried verliert das Playoff-Finale gegen Rapid

Walter Horn, 25.05.2026 20:26

RIED. Zum ganz großen Erfolg nach einer sehr starken Bundesliga-Saison hat es für die SV Oberbank Ried nicht gereicht. Die Schwarz-Grünen verloren das zweite Finale im Europacup-Playoff im Wiener Weststadion bei Rapid mit 0:3 (0:1) und verpassen damit die Qualifikation für die Conference League. 

SVR-Trainer Maximilian Senft bei seiner letzten Pressekonferenz in Ried. (Foto: Horn)
SVR-Trainer Maximilian Senft bei seiner letzten Pressekonferenz in Ried. (Foto: Horn)

Auf die Saison können die Rieder trotzdem stolz sein. Das wichtigste Ziel, der Klassenerhalt, wurde schon drei Runden vor Saisonende erreicht, nachdem das Team während der gesamten Saison nie in Abstiegsgefahr war.

Als Aufsteiger wurde die SVR in der Abschlusstabelle Siebenter und setzte sich in der unteren Playoff-Gruppe souverän durch.

Dazu kamen die Bonus-Erfolge: Die SV Ried erreichte das Cup-Halbfinale, in dem sie als wenigstens ebenbürtige Mannschaft nur knapp gegen den Double-Gewinner Lask verlor, und zeigte auch in den drei Spielen des Europacup-Playoffs gegen den WAC und Rapid gute Leistungen. Die Pflicht wurde souverän erfüllt, in der Kür reichte es trotz guter B-Noten nicht ganz zum Erfolg. 

Wie erwartet

Das Match am Pfingstmontag in Hütteldorf entwickelte sich wie erwartet. Rapid machte von Anfang an Druck, dem die SVR erst nach dem 1:0 durch Schöller (26. Minute, starker Kopfball nach Ecke von Bolla) wirklich etwas entgegensetzen konnte. Kurz vor und kurz nach der Pause hatte SVR-Torjäger Kingstone Mutandwa zwei hundertprozentige Chancen zum Ausgleich, die er aber vergab. 

Nach der Pause wurde das Match bei Temperaturen um 30 Grad intensiver. In der letzten halben Stunde war den Riedern anzumerken, dass sie in den letzten sieben Tagen mit drei schwere Spiele absolvieren mussten – was auch nicht ganz unerwartet war. Dazu kam, dass Trainer Maximilian Senft wegen der Ausfälle nicht so gut nachlegen konnte wie gewohnt – auch deswegen wechselte er nur zwei Mal. 

Wie das erste Tor fiel auch das 2:0 für Rapid nach einem Eckball. Jakob Schöller, eigentlich Verteidiger, traf nach Zuspiel von Gulliksen zum zweiten Mal per Kopf. Das 3:0 durch Louis Schaub in der 92. Minute war nur noch eine Draufgabe. 

Rapid schlug die SVR zum Teil mit ihren eigenen Waffen. Bei den Kopfballtoren von Schöller fehlte durch den Ausfall von Sollbauer die gewohnte Sicherheit im Abwehrblock. Auch beim 3:0 stand der Torschütze völlig frei. 

Zufriedene Ried-Fans

Die mitgereisten SVR-Fans feierten ihr Team trotzdem und bedankten sich per Spruchband bei der Mannschaft und Trainer Maximilian Senft für die „geile Saison“. 

Senft meinte nach dem Spiel, dass er „neben einer großen Enttäuschung auch viel Stolz verspüre“. 

Der Abschied von den Fans und der Mannschaft sei „sehr berührend““. Senft: „Ich spüre heute die Vergänglichkeit im Fußballgeschäft. Man sieht die Jungs ja zeitweise öfter als die Familie.“

Sky-Experte Andi Herzog gab Senft nach dem TV-Interview, in dem auch der Wechsel nach Karlsruhe thematisiert wurde noch einen Motivationsspruch mit: „Miron Muslic hat's vorgemacht.“ Muslic war 2001 für zehn Spiele Cheftrainer der SVR und führte nach Stationen in Belgien und England den deutschen Traditionsklub Schalke 04 in dieser Saison wieder zurück in die 1. deutsche Bundesliga. 

Veränderungen im Kader

Im Kader der SV Ried wird es im Sommer einige Änderungen geben. 

Dass Torjäger Kingstone Mutandwa im nächsten Jahr noch in Ried spielt, ist unwahrscheinlich. Die SVR hat zwar die Kaufoption gezogen, die Rede ist von 750.000 bis 800.000 Euro, aber man rechnet damit, dass Cagliari Calcio von der Rückkaufklausel Gebrauch machen wird. Dann hat die SVR in der nächsten Saison zwar keinen 12- bis 15-Tore-Stürmer mehr, aber ein paar hunderttausend Euro in der Kasse. 

Abwehr-Hüne Nikki Havenaar dürfte zum belgischen Vizemeister Union Saint-Gilloise wechseln und hätte dort Chancen auf Champions-League-Spiele.

Auch am derzeit verletzten Antonio Van Wyk sowie an Jonas Mayer soll es Interesse geben. 

Bei Nikolas Bajlicz hat Rapid eine Rückkaufoption. Nach den starken Auftritten des jungen Spielers, der sich schnell in die Rieder Stammmannschaft gespielt hat, sollen die Wiener ernsthaftes Interesse haben. 

Sturm-Leihgabe Peter Kiedl wird das Innviertel verlassen, die SVR hat die Kaufoption nicht genutzt. 


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