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RIED. Der Judoverein Ried feiert am Samstag, 19. September (19 Uhr), in der Rieder Bauernmarkthalle sein 70-jähriges Bestehen. 

Derzeit betreut der Judioverein 65 Schüler in drei Gruppen. (Foto: JV Ried / privat)
  1 / 3   Derzeit betreut der Judioverein 65 Schüler in drei Gruppen. (Foto: JV Ried / privat)

In den 70 Jahren hatte der Verein nur vier Obmänner: Vereinsgründer Wilhelm Lampl von 1956 bis 1968, Willi Krkosch von 1969 bis 1993, Günter Zinnöcker und 1994 bis 2020 und Florian Jungwirth seit 2020. 

Gründung in Aurolzmünster

1954 begann Willi Lampl, der damals in Aurolzmünster eine Bäckerei betrieb, mit einer Gruppe begeisterter junger Burschen und Mädchen im ehemaligen Gasthaus Eibl als Sektion des Judo-Do Vereines Lambach Judo zu trainieren. Zwei Jahre später wurde der Verein als „Internationaler Jiu-Jitsu-Judo, Judo-Do-Verein Aurolzmünster“ gegründet. Schaukämpfe und diverse Meisterschaften fanden im Gasthaus Dobetsberger statt.

Judo-Nomaden

Erst 1966 kam der Verein nach Ried – weil Obmann Lampl dorthin übersiedelte und den Verein „mitnahm“. Zu Beginn wurde im Stadel des Gasthofes Weinhäupl auf einer Rosshaarmatte trainiert, die wegen ihrer Härte auch noch Jahre später gefürchtet war. 1967 wechselten die Judokas ins ehemalige Salettl des Gasthofes Kellerbräu; als dieses dem heutigen Sudhaus weichen musste, ging es in die Turnhalle nach Aurolzmünster, danach wieder zurück nach Ried ins Nebengebäude des Gasthofes Mauthner.

1969 trat Willi Krkosch die Nachfolge von Willi Lampl als Obmann an, der wegen seines Berufes als Taxiunternehmer sportlich zurückstecken musste.

Neuer Name

1972 wurde der Verein in den Judo Landesverband OÖ. eingegliedert und hieß in der Folge „Judo Verein Ried i.I.“. Von da an nahm der Verein auch an der OÖ. Mannschaftsmeisterschaft teil, verlegte das Training vorerst in die Turnhalle des Bundesgymnasiums und anschließend in die Halle der Sonderschule Ried. Unter wechselnden Sponsorennamen kam der Verein bis in die Landesliga B.

1983 gründete der JV Ried mit Ottnang eine Wettkampfgemeinschaft, die es bis zum Meister der Landesliga A schaffte. Als die Legionärswelle Einzug hielt und sich viele Vereine mit auswärtigen Kämpfern verstärkten, wollte der JVR diese Entwicklung nicht mitmachen. Der Vorstand beschloss 1989 den freiwilligen Abstieg in die 2. Klasse und versuchte mit „Eigenbau“-Kämpfern eine Neustart. Nach dem Meistertitel 1993 kämpfte der JVR in der 1. Klasse, bis 2003 mit Florian Jungwirth als jüngstem Mannschaftstrainer Österreichs der erneute Aufstieg in die Landesliga B gelang.

Seit 2005 kämpft der JV Ried in der Landesliga A, der höchsten Leistungsstufe in Oberösterreich.

1994 übergab Willi Krkosch das Obmann-Amt an Günter Zinnöcker, der Verein übersiedelte in die Turnhalle der Volksschule I.

Wieder ein Neustart

Wegen Verletzungen sowie beruflichen und altersbedingten Austritten wurde die erfolgreiche Kampfmannschaft 2018 nach über einem Jahrzehnt in der OÖ Landesliga aufgelöst. Der JV begann mit dem Wiederaufbau einer Kampfmannschaft. 

2020 übergab Günter Zinnöcker nach 26 Jahren die Vereinsführung an den bis jetzt amtierenden Obmann Florian Jungwirth. 

Dann kam Covid – ein tiefer Einschnitt. Nicht nur, dass vorübergehend der komplette Trainingsbetrieb lahmgelegt wurde – nach zwei Jahren Abstinenz nahm auch ein Großteil der Jugendlichen ab 14 Jahren das Training nicht mehr auf. Der JV musste fast von vorne beginnen und erneut eine neue Jugend- und Erwachsenenmannschaft aufbauen – mit Erfolg: Derzeit betreut der JV in drei Gruppen 65 Schüler im Alter von sechs bis 15 Jahren.

Titelsammler

Seit 1996 (aus der Zeit davor gibt es keine Aufzeichnungen mehr) gewann der JV Ried 56 Landes- und 18 Staatsmeister-Titel, drei Goldmedaillen bei Senioren-Europameisterschaften sowie einen Senioren-Weltmeistertitel durch Monika Schneglberger 2006 und holte bei Titelkämpfen 2.814 Podiumsplätze.


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