Arbeiterkammer verzeichnete 2020 wesentlich mehr Anfragen als 2019
RIED. Die Covid-19-Krise schlägt sich auch in der Bilanz der AK Ried über das Jahr 2020 nieder. Insgesamt suchten 7.766 Arbeitnehmer Rat und Hilfe – 17 Prozent mehr als 2019.

AK-Bezirksstellenleiter Siegfried Wambacher: „Die persönlichen Beratungen sind natürlich weniger geworden, weil wir einige Wochen geschlossen hatten. Aber wir haben uns schnell auf telefonische und E-Mail-Beratung umgestellt. Wir hatten in diesem Bereich mehr als doppelt so viele Anfragen. Sehr viele davon waren coronabedingt oder betrafen die Kurzarbeit.“
Der Insolvenzbereich sei 2020 „unauffällig“ gewesen, sagt Wambacher: „Aber für heuer beobachten wir ihn mit Sorge.“ Es sei wahrscheinlich, dass zahlreiche Insolvenzen von 2020 nur aufgeschoben seien.
Von 59 bis 115.000 Euro
In 174 gerichtlich oder außergerichtlich erledigten arbeitsrechtlichen Fällen brachte die AK Ried im vergangenen Jahr 636.339 Euro für ihre Mitglieder herein. Im Fall mit dem größten Streitwert erreichte die AK eine Zahlung von 115.500 Euro, in einem Fall musste beim Arbeitgeber wegen 59 Euro interveniert werden. In Sozialrechtsangelegenheiten (Pensionen, Renten, Pflegegeld) erstritt die AK Ried in 123 Fällen insgesamt 2,823.929 Euro.
Schutz von Schwangeren während der Pandemie
Laut AK-Vizepräsidentin Elfriede Schober bearbeiteten die AK-Experten im vergangenen Jahr in Oberösterreich rund 375.000 Anfragen – ein neuer Rekordwert. Sie weist darauf hin, dass die AK auch innenpolitisch an Verbesserungen für die Arbeitnehmer beteiligt war – darunter ein verbesserter Schutz von Schwangeren während der Pandemie. Unter bestimmten Bedingungen hat die Arbeitnehmerin einen Anspruch auf Freistellung unter Fortzahlung des bisherigen Entgelts. Wird die Freistellung in Anspruch genommen, hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Ersatz des Entgelts.
Home-Office
Auch an den Regeln für Home-Office habe die AK mitgewirkt. Die neuen Regeln stellen unter anderem klar, dass der Arbeitgeber Arbeitsmittel wie Laptop, Handy und WLAN bereitstellen oder einen Kostenersatz zahlen muss. Außerdem wurde die Unfallversicherung geregelt.


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