Bürgermeister spürt in der Rieder Politik Aufbruchstimmung

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Walter Horn Tips Redaktion Walter Horn, 17.01.2022 16:15 Uhr

RIED. Das große Thema für den neuen Rieder Bürgermeister Bernhard Zwielehner (ÖVP) ist die Stadtentwicklung – ein sehr weit reichender Begriff, der im Prinzip alle Bereiche der Kommunalpolitik umfasst.

Um sich diesem Thema angemessen widmen zu können, wurde nach der Gemeinderatswahl der Ausschuss für Stadtentwicklung gegründet, in dem neben dem Bürgermeister die vier Parteiobmänner von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen vertreten sind. Die Zusammenarbeit in diesem Gremium beschreibt Zwielehner beinahe euphorisch: „Mir fällt kein anderes Wort ein: exzellentest. Es ziehen alle an einem Strang, es ist eine große Freude, das mit begleiten zu dürfen.“

Zehn Stadtteile

An Ideen herrscht kein Mangel. Als Grundlage für die einzelnen Projekte teilten die Politiker Ried in zehn Stadtteile auf. Im Sommer gibt es dazu eine externe Prozessbegleitung, ab Herbst will Zwielehner in die Stadtentwicklung vor Ort einsteigen – mit der Unterstützung von Stadtplanern, Stadtklimaforschern und im Gespräch mit der Bevölkerung der jeweiligen „Grätzel“, wo es auch einige Neuplanungsgebiete geben wird. „Wir denken diese Planungen stadtteilweise“, sagt Zwielehner.

Bahnhof

Bereits in dieser Woche beginnen die Planungen für den Neubau des Bahnhofes inklusive der Unterführung Wegleiten. Die schlechte Nachricht: Der (Wieder-)Anschluss des Stadtteils kann natürlich nicht vor dem Neubau des Bahnhofes durch die ÖBB erfolgen. Die gute: Bürgermeister Zwielehner sagt, dass ein Bürgerbeteiligungsprozess durchgeführt werde, um eine optimale Lösung für die Bewohner Wegleitens zu finden.

Ungeklärt sei noch, ob der Neubau ein oder drei Jahre dauern wird; die kürzere (kostengünstigere) Variante würde die komplette Einstellung des Bahnverkehrs für die Dauer der Bauarbeiten bedeuten.

Spange 3

Die Rieder Südumfahrung scheint doch noch nicht so „tot“ zu sein, wie man im Wahlkampf glauben konnte. „Das Verfahren durch das Land wird weiter betrieben“, sagt Zwielehner im Gespräch mit Tips. Er sei gerade dabei, den Status zu evaluieren. „Wir werden eine valide Verkehrszählung machen, deren Ergebnis auch veröffentlicht wird. Transparenz ist mir sehr wichtig.“ Der Bürgermeister gibt aber zu bedenken: „Die Spange 3 erspart keinen Ziel- und Quellverkehr.“

Innenstadt

Die Stadt wird jeden einzelnen Hauseigentümer in der Innenstadt wegen eines Anschlusses an die Geothermie anschreiben. „Und wenn wir dann schon dabei sind, die Innenstadt für Geothermie und Glasfaser aufzureißen, kann man sich ja auch etwas für die Oberfläche überlegen.“ Im Wahlkampf sprach Zwielehner von rund 100 neuen Wohnungen in der Innenstadt und etwa 200 Parkplätzen. Dabei denkt er an Hochgaragen in geeigneten Gebäuden: „Da kann sich viel ergeben für die Zukunft.“

Leistbarer Wohnraum, der laut Zwielehner allen Fraktionen am Herzen liege, müsse auch widmungstechnisch ermöglicht werden.

Wohlfühlen

Zusätzlich zum Stadtpark soll Ried noch zwei weitere Parks bekommen: den schon länger diskutierten Nordpark zwischen Stöcklgras und der Umfahrung sowie einen Westpark vom Schweiklberg bis zum Aubach, wo durch das fertiggestellte Rückhaltebecken eine größere Grünfläche zur Verfügung steht. Ausarbeiten soll diese Projekte Umweltstadtrat Lukas Oberwagner (Grüne). 

In der zweiten Julihälfte will die Stadt auch wieder ein Stadtfest veranstalten.

Langzeitarbeitslosigkeit

Zusammen mit RIFA und AMS will Zwielehner die Langzeitarbeitslosigkeit im Bezirk angehen. Sein Ziel ist, die Zahl der etwa 120 Betroffenen zu halbieren. „55- oder 60-Jährigen muss man nicht mehr mit Bewerbungstraining kommen. Da braucht es ein Umdenken von Beschäftigungstherapie zu individueller Entwicklungsbegleitung ins Arbeitsleben.“

Zusammenarbeit ist auch bei den sozialen Institutionen angesagt. Mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Familie, Generationen, Integration, Soziales, Generation 60 Plus und Wohnungen, Dijana Grabovac (SPÖ), will sich Zwielehner einen Gesamtüberblick über die zahlreichen Angebote machen. „Bevor wir Forderungen stellen, schaut jeder, was in seinem Bereich möglich ist.“

Dabei, so Zwielehner, legten alle Parteien große Professionalität an den Tag: „Die Freude, an der Gestaltung von Ried mitarbeiten zu dürfen, ist zu spüren.“

Aufbruchstimmung spürt Zwielehner auch in der Stadtverwaltung: „Die Leute wollen etwas anderes machen und prüfen, wie sie eigene Prozesse optimieren können. Dazu kommt jetzt ein externer Begleiter. Ich bin gespannt auf seine Analyse.“

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