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EBERSCHWANG. Eberschwang gilt als Wiege der Windkraft in Oberösterreich. Bereits Anfang 1996 gingen hier mit den Anlagen „Adam“ und „Eva“ die damals größten Windräder Österreichs ans Netz.

V. l.: . Brigitte Huber-Reiter, Alfons Gstöttner und Landesrat Stefan Kaineder vor den Windrädern Adam und Eva in Eberschwang (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Drei Jahrzehnte später zeigt sich deutlicher denn je, welche Bedeutung dieser Schritt hatte – und wie groß der Aufholbedarf insbesondere in Oberösterreich weiterhin ist.

Bei einem Besuch der Anlage „Adam“ erinnerten Landesrat Stefan Kaineder (Grüne), Alfons Gstöttner (Windkraft Innviertel GmbH & Co) und die Landtagsabgeordnete Brigitte Huber-Reiter an die Anfänge des Projekts. Was heute selbstverständlich erscheint, war damals das Ergebnis jahrelanger Überzeugungsarbeit: Drei Jahre intensiver Planung und Diskussion waren notwendig, um Politik und Behörden davon zu überzeugen, dass Windkraft auch in einem Binnenland wie Österreich sinnvoll ist.

Heute ist die Ausgangslage eine andere. Wind- und Sonnenenergie zählen mittlerweile zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung. Angesichts steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten gewinnt die Frage der Energieunabhängigkeit zunehmend an Bedeutung. 

Gleichzeitig zeigt sich ein strukturelles Problem im Energiesystem: Während im Winter – also in Zeiten hoher Nachfrage – die Stromproduktion aus Photovoltaik deutlich zurückgeht, erreicht die Windkraft gerade dann ihre stärkste Leistung. Sie könnte somit eine zentrale Rolle beim Ausgleich saisonaler Schwankungen spielen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein konsequenter Ausbau.

„Die Windräder Adam und Eva stehen bis heute für Innovationsgeist und den Mut, neue Wege zu gehen. Genau diesen Mut brauchen wir jetzt wieder“, betont Landesrat Kaineder. Für ihn ist klar: „Wenn Österreich wirtschaftlich und klimapolitisch zukunftsfit bleiben will, führt kein Weg an einem Ausbau der Windkraft in industrieller Größenordnung vorbei.“

Auch Huber-Reiter sieht in Eberschwang ein Vorbild: „Das Innviertel hat früh gezeigt, was möglich ist. Windkraft ist keine Ideologie, sondern ein Beitrag zu Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit.“

Trotz dieser frühen Pionierleistung fällt die Bilanz für Oberösterreich ernüchternd aus. Österreichweit liefern derzeit rund 1.450 Windkraftanlagen Strom und decken etwa 16 Prozent des Gesamtverbrauchs. In Oberösterreich stehen 31 Anlagen – ein vergleichsweise geringer Anteil, insbesondere für ein Bundesland mit starker Industrie und entsprechend hohem Energiebedarf.


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