Geplante Budgetkürzungen bringen viele Vereine in Schwierigkeiten
RIED. Schlechte Aussichten für die Vereine in Ried: Weil nicht nur die steigenden Energiepreise die Finanzen durcheinanderbringen, sondern auch die „Causa Energie Ried“ durch notwendige Rücklagen viel Geld bindet, beschloss der Stadtrat, bei allen Vereinen generell die Förderungen um 30 Prozent zu kürzen. Ausnahme ist das Sozialbudget.

Ausgenommen ist auch die Eislaufhalle, die nach einem Allparteienbeschluss doch noch geöffnet wird.
Keine Weihnachtsbeleuchtung
Die Stadt spart auch an anderer Stelle, sagt Bürgermeister Bernhard Zwielehner (ÖVP): Es wird heuer keine Weihnachtsbeleuchtung geben, die Straßenbeleuchtung wird (mit Ausnahme der Innenstadt) von 23 bis 5 Uhr ausgeschaltet, es wird weniger gebaut und auch beim Stadtmarketing werden rund 100.000 Euro gestrichen.
„Vom 40-Millionen-Euro-Budget der Stadt sind nur etwa 1,4 Millionen Euro disposabel“, erklärt Zwielehner. Wegen der steigenden Energiepreise fehle derzeit rund eine Million Euro.
Zur Dauer der Maßnahmen meinte Zwielehner: „Nur so lange die Strompreise so hoch sind.“
Besonders ärgerlich ist, dass ja eigentlich Geld da wäre – das ist allerdings in den Rücklagen bei der Energie Ried gebunden. Dort geht man in der Stadt von einer Verfahrensdauer von sechs Jahren aus.
Offener Brief
Gegen diese Pläne regt sich Widerstand bei den Vereinen, die auch darüber erzürnt sind, dass es vor dem Sparbeschluss im Stadtrat keine Gespräche mit den Vereinen gegeben habe.
In einem offenen Brief wenden sich Union, Askö, ÖTB, UVC McDonald's Ried, SV Ried und KiK (Kultur im Keller) jetzt an den Bürgermeister und fordern offizielle Informationen und einen Gesprächstermin. Zu weiteren Vereinen suchen die Initiatoren noch Kontakt. Bemerkenswert: Diesmal sind Sport- und Kulturvereine, die sich sonst gerne auseinanderdividieren lassen, gemeinsam auf einer Seite.
„Keine Abgangsgemeinde“
Für Bürgermeister Bernhard Zwielehner (ÖVP) steht im Vordergrund, dass die Stadt keine Abgangsgemeinde wird – dann würden nämlich die Subventionender Stadt von derzeit 78 Euro pro Einwohner auf 18 Euro pro Bewohner gekürzt. Ein Beispiel: Für die Bücherei blieben nach diesem Satz nur 24.000 Euro pro Jahr übrig. Zwielehner: „Das Drohpotenzial ist keine Kürzung um 30 Prozent, sondern eine um 75 Prozent.“
Vizebürgermeister Thomas Dim (FPÖ), der für die Kultur zuständig ist, möchte die Kürzungen nicht nach der Rasenmähermethode machen, sondern „auf die einzelnen Vereine herunterbrechen“. Dim: „Wir sollten differenzieren und auch danach entscheiden, ob die Vereine eine Infrastruktur oder einen Wettbewerbsbetrieb aufrechterhalten müssen.“
Reaktionen der Vereine
Tips hat einige der Vereinsvertreter gefragt, wie sich eine Subventionskürzung um fast ein Drittel auf den Vereinsbetrieb auswirken würde.
Askö
Askö-Obmann Peter Prokop meint: „Bei uns würde es in erster Linie die Sportstätten treffen, zum Beispiel das Flutlicht bei der Außenanlage. Die Stromkosten bei unserem Vereinsheim haben sich schon verdoppelt. Bei weiteren Kürzungen müssen wir wahrscheinlich bei einigen Sektionen die Stunden einschränken.“
KiK
Florian Bauböck, Obmann des KiK: „Für das KiK würden diese Kürzungen bedeuten, dass es im nächsten Jahr keine Kulturbühne mehr gibt. Wir müssten beim Programm im nächsten Jahr, das wir schon seit einiger Zeit planen, massive Abstriche machen, und auch bei unseren Teilzeitkräften Stunden kürzen. Außerdem ist zu befürchten, dass auch das Land und der Bund bei den Förderungen sparen werden.“
SV Ried
SV Ried-Finanzvorstand Roland Daxl sagt: „In Relation zum Gesamtbudget betrifft es uns weniger als viele andere. In der Akademie bieten wir den sportlichen Grundlagenbereich für alle an; das wird schwieriger werden. Ich finde es nicht gut, wenn bei allen gleich gekürzt wird – es gibt Vereine, die eine große Infrastruktur erhalten müssen. Ich verstehe aber auch die Verantwortlichen der Stadt – da sollte man sich an einem Tisch zusammensetzen.“
Union und ÖTB
Der Gesamtverein der Union, sagt Obmann Martin Hochhold, würde von der Kürzung nicht existenziell betroffen. Für den Volleyballverein UVC McDonald's jedoch ginge es „ans Eingemachte“ und könnte zu „weit reichenden Einschränkungen“ führen. Durch die Gasheizung in der Halle habe der UVC schon jetzt sehr hohe Energiekosten.
Der ÖTB-Turnverein erzielt den größten Teil seiner Einnahmen durch die Vermietung der Jahnturnhalle für Veranstaltungen, durch Zimmervermietungen und durch Mitgliedsbeiträge. „Die Subventionen sind wichtig, aber nicht ausschlaggebend.“, sagt Verwalter Stefan Schmid.


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