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RIED. Frauen im Bezirk Ried verdienen um 10.300 Euro (18,9 Prozent) weniger als Männer. Das zeigt die aktuelle Auswertung zum Equal Pay Day 2024. Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern in Ried 54.589 Euro beträgt, sind es bei Frauen im Schnitt nur 44.289 Euro.

Der ÖGB Ried fordert die Einsetzung einer Lohntransparenzrichtlinie. (Foto: ÖGB Ried)
Der ÖGB Ried fordert die Einsetzung einer Lohntransparenzrichtlinie. (Foto: ÖGB Ried)

Das bedeutet, dass Männer in Ried bis zum 24. Oktober bereits das Einkommen erreicht haben, für das Frauen bis Jahresende noch arbeiten müssen. „Es kommt einem manchmal vor wie eine Geschlechter-Lotterie. Bist du eine Frau, bekommst du für gleichwertige Arbeit einfach weniger Geld als ein Mann. Das darf nicht sein“, sagt Martina Reischenböck, Regionalvorsitzende des ÖGB Ried: „Wir müssen über echte Transparenz bei Löhnen und Gehältern und die Neubewertung von Arbeit reden.“

Umfassendes Maßnahmenpaket gefordert

Die Gewerkschafterin betont, dass ein faires Einkommen eine grundlegende Voraussetzung für ein selbst bestimmtes Leben und eine gerechte Altersvorsorge ist. Die Ursachen für die Einkommensunterschiede sind vielschichtig, daher ist ein umfassendes Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Schließung der Lohn- und Gehaltslücke erforderlich. Ein Instrument zur Förderung von Einkommenstransparenz sind beispielsweise die Einkommensberichte, die von Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern erstellt werden müssen. „Da es aber keine abschreckenden Sanktionen gibt, passiert das in vielen Unternehmen schlichtweg nicht“, so Reischenböck und betont, dass sich das mit der EU-Lohntransparenzrichtlinie ändert. Dementsprechend fordert der ÖGB.

Frauen verlieren eine halbe Million Euro

Der österreichweite Equal Pay Day fällt heuer auf den 1. November. Während Männer in Österreich im Durchschnitt 59.258 Euro brutto pro Jahr verdienen, beträgt das durchschnittliche Einkommen der Frauen 49.438 Euro, was zu einer Einkommensdifferenz von 16,6 Prozent führt. Frauen in Österreich verdienen durchschnittlich 9.820 Euro weniger pro Jahr als Männer. „Frauen verlieren in einem Arbeitsleben von 40 bis 45 Jahren in Österreich durchschnittlich eine halbe Million Euro. Das sind 10.000 Euro pro Jahr“, rechnet Reischenböck vor und verweist darauf, dass Österreich eines der Europa-Schlusslichter in Sachen Einkommensgerechtigkeit ist.


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