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Online Redaktion, 07.05.2026 15:00

RIED. Im Bezirk Ried im Innkreis ist die Zahl der Unternehmens- und Privatinsolvenzen im ersten Quartal 2026 deutlich gesunken. Laut aktueller Insolvenzstatistik des KSV1870 mussten fünf Unternehmen Insolvenz anmelden, bei den Privatkonkursen wurden sechs Verfahren eröffnet. Damit liegt der Bezirk klar unter dem oberösterreichweiten Trend.

Astrid Aiglsdorfer, Insolvenzreferentin des KSV1870 am Standort Linz (Foto: Sabine Starmayr)
Astrid Aiglsdorfer, Insolvenzreferentin des KSV1870 am Standort Linz (Foto: Sabine Starmayr)

Wie aus der KSV1870 Insolvenzstatistik hervorgeht, schlitterten im ersten Quartal 2026 insgesamt fünf Unternehmen im Bezirk Ried in die Insolvenz. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch sieben Unternehmen – ein Rückgang um 28,6 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den eröffneten Verfahren aus: Während 2025 noch fünf Insolvenzverfahren eröffnet wurden, waren es heuer nur zwei. Drei weitere Insolvenzanträge wurden mangels Kostendeckung nicht eröffnet.

„Wenn die Anzahl der nicht eröffneten Verfahren steigt, steigen die finanziellen Verluste der Gläubiger noch weiter. Die schuldnerischen Unternehmen verstricken sich in immer höhere Verbindlichkeiten“, erläutert Astrid Aiglsdorfer, Insolvenzreferentin des KSV1870 am Standort Linz. Eine professionelle Aufarbeitung sei erst durch die Eröffnung eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens und die Bestellung eines Insolvenzverwalters möglich.

Robuste Wirtschaftsstruktur als Stabilitätsfaktor

Der Bezirk Ried liegt damit deutlich unter dem landesweiten Trend. Oberösterreichweit mussten im ersten Quartal 2026 insgesamt 224 Unternehmen Insolvenz anmelden – ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als Grund für die vergleichsweise stabile Entwicklung im Bezirk nennt der KSV1870 die Wirtschaftsstruktur der Region. Viele kleine und mittlere Unternehmen seien weniger stark in konjunkturabhängigen Branchen vertreten als in urbanen Regionen. Der Bezirk verfüge über einen starken industriellen Sektor mit hoher Export- und Technologieorientierung sowie zahlreiche Gewerbe- und Handwerksbetriebe. Zudem profitiere der Einzelhandel von einer starken lokalen Kaufkraft.

Dennoch bleibe die wirtschaftliche Lage angespannt. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und das rezessive Umfeld würden Unternehmen österreichweit weiterhin stark belasten. Besonders energieintensive Betriebe stünden unter Druck.

Auch Privatinsolvenzen stark gesunken

Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den Privatinsolvenzen aus. Im ersten Quartal 2026 wurden über Bewohner des Bezirks Ried sechs Privatkonkurse eröffnet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 13 Fälle – ein Minus von 53,8 Prozent.

Auch hier liegt der Bezirk unter dem oberösterreichweiten Trend. Landesweit wurde bei den Privatinsolvenzen ein Anstieg von rund 4,2 Prozent registriert.

Trotz des aktuellen Rückgangs rechnet der KSV1870 in den kommenden Monaten wieder mit steigenden Zahlen. Viele Haushalte seien weiterhin mit hohen finanziellen Belastungen und einem generell hohen Preisniveau konfrontiert. „Insofern müssen wir mit einer Zunahme bei den Privatkonkursen rechnen, insbesondere für einkommensschwächere Haushalte“, resümiert Astrid Aiglsdorfer.